Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Aufruf für eine Master-Arbeit

1
Mrz
31
larakraft

Liebe Deaf-Ohr-Alive-Gemeinschaft,

nun habe ich es auch endlich einmal geschafft, mich hier anzumelden, nachdem ich schon sehr, sehr lange total begeistert von dieser Idee bin!

Aber erstmal zu mir: Mein Name ist Lara, ich studiere Gehörlosenpädagogik im 10.Semester an der LMU München und bin selbst hochgradig schwerhörig, auf einer Seite seit 2011 mit CI versorgt. Wie ich zu meinem Studium kam und wie sich die letzten 5 Jahre (bald ist es schon vorbei – Hilfe!) für mich so gestaltet haben, werde ich hoffentlich bald mal in einem eigenen Blog-Post beschreiben (falls ihr dazu schon bestimmte Fragen habt, bitte einfach unter diesem Beitrag kommentieren, dann kann ich die gleich beachten, wenn ich den Blog-Post dann schreibe).

Heute habe ich allerdings ein für mich persönlich wichtigeres und dringenderes Anliegen. Im 10.Semester schreiben wir unsere Master-Arbeit. Ich habe mich auch aus eigener Erfahrung heraus für das Thema Wahrnehmungs- und Bewusstseinsveränderung bei CI-Trägern?” entschieden. Hier soll untersucht werden, wie sich durch das CI die Wahrnehmung und das Bewusstsein der jeweiligen Person verändern und zwar im Vergleich vor und nach der Implantation. Dabei sollen sowohl positive als auch negative Aspekte untersucht werden!

Hierfür möchte ich gerne Interviews durchführen (wo dieses stattfindet kann individuell abgeklärt werden, hier richte ich mich gerne nach euch) und Fragebogen beantworten lassen. Daher brauche ich dringend Personen, die bereit wären, sich im April oder Mai mit mir für ein solches Interview zu treffen oder einen Fragebogen auszufüllen. Alle Angaben, die während der Interviews oder beim Ausfüllen des Fragebogens gemacht werden, erfolgen natürlich anonym.

Deshalb meine große, große Bitte an euch: Wenn ihr  ihr Lust habt, an meiner kleinen Studie teilzunehmen und mich zu unterstützen, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir hier eine Nachricht hinterlasst oder eine Mail an folgende Adresse schreibt: Lschmanderl@web.de

Sobald der Kontakt hergestellt ist, können wir weitere Fragen klären!

Vielen Dank schon einmal und viele liebe Grüße,

Lara

Was ist passiert?! – Video-Tour

1
Mrz
24
damian
https://pixabay.com/de/rad-panne-auto-reifenpanne-1017023/

Es ist ein Wunder, dass mein alter Wagen die 2000 Kilometer durchgehalten hat. Leider muss ich euch mitteilen, dass es bei dieser Tour ein Opfer gab. Ein Reifen ist geplatzt. Möge er in Frieden ruhen. Der Wechsel des Reifens wurde unter großer Anteilnahme am letzten Tag der Reise begleitet. Anders gesagt: Ein kleiner alter roter Wagen zwischen fettem BMW und Mini mit einem Platten war für einige amüsant, zumal der Wagen keinen Wagenheber hatte und drei Leute den Wagen anheben mussten, damit der Reifen gewechselt werden kann.

Gehen wir zurück zum Anfang der Reise. In München startete ich meine Reise in Richtung Frankfurt. Dort war die 5te Ci-Fachtagung an der Uni-Klinik in Frankfurt. Toll war, dass neben den üblichen Anzugträgern und Erwachsenen eine nicht unbeachtliche Zahl an jungen Erwachsenen da waren. Allgemein war die Veranstaltung sehr interessant. Da ich ja die Reise machte für Videos für das Projekt “Dr. Whaaat”, musste ich überlegen, was für ein Video ich machen könnte. Als ich dann die ganzen CI´s sah, fiel mir ein, wie viele Leute sehr gereizt reagieren, wenn man das CI wegnimmt. Man klaut immerhin ihr Gehör. Dennoch wollte ich einen “Prank” machen. Ich lief von hinten mit der Kamera zu den Leuten und schob den Magneten des CIs weg. Die Reaktionen waren meist überrascht und verwundert. Keine negativen Reaktionen. Selbst beim Präsidenten der DCIG hab ich versucht den Magneten zu entfernen. Er hatte aber einen besonders starken Magneten, was die Sache schwer machte (Zu sehen auf “schnecke-online”).

Dank vieler Freunde ersparte ich mir teure Hotels. Am dritten Tag ging es nach Worms zu einem Paar, wo sie gerade ein neues CI bekommen hatte. Sie beschrieb den Klang des neuen CIs als Vogelgezwitscher. (Merken: Video mit Vogelgezwitscher machen!). Wir überlegten welches Video wir machen könnten und sind auf die Idee mit dem Magneten wieder gekommen. Er kann sehr hilfreich sein. Als sie erkannte, dass das CI auch für andere Sachen toll ist, lief sie durch die ganze Wohnung und schaute, wo der Magnet alles hängen bleiben kann. Als Videos kamen hierbei der “Hammer” und die Geschichte mit dem “Schwerhörigen Spion” zustande.

Toll an der Fahrt war, dass ich mit dem Wagen nicht schneller als 100 km/h kam. Also fuhr ich täglich mehr als entspannt auf der ganz rechten Spur brav hinter den LKW´s. Überholen war Lebensgefährlich. Ich hab im Nacken immer noch den Abdruck der vier Ringe eines Audi´s, der mich regelrecht auf der Autobahn anschob. Als nächste Station kamen Mainz und Wiesbaden. Anstatt Videos zu machen vertrieben wir uns die Zeit im Wiesbadener Casino. Erst großer Gewinn, dann kleiner Verlust. Schade. Aber wir haben Ideen gesammelt, die später auch verfilmt wurden.

Entlang des Rhein´s durch wunderschöne Weinlandschaften (sehr zu empfehlen) ging es dann an Köln vorbei in den Norden. Dort schafften wir in zwei tagen 11 kurze Videos und ein langes. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass wir den halben Tag lang “League of legends” gespielt haben. Dort oben haben wir uns der Schwerhörigkeit gewidmet und dem Magneten. Die 11 Videos werden nach und nach hochgeladen und am Ende auch als ganzer Film gezeigt.

Am 6ten tag der Reise ging es dann nach Bonn. Dort besuchte ich den Alexander Görsdorf (“Taube Nuss”). Im Gespräch bei gemütlichen Bier kamen wir auf weitere neue Ideen. Zu einem Video haben wir es leider nicht geschafft. Am Abend ging es nach Siegen zu einem tollen Bierabend mit einem alten Freund. Man sagt uns nach, dass wenn wir aufeinander treffen das Chaos vorprogrammiert ist. Dem war es dann auch. Aber es ist positiv ausgegangen.

Bei der letzten Etappe ging es in die Nähe von Stuttgart zu einer Geburtstagsfeier, wo es zu dem tragischen Vorfall mit dem Reifen kam. So viele Kurven übers Land bin ich noch nie gefahren. Danach ging es es wieder zurück nach München mit vielen tollen Erinnerungen und genug Videos. Die 2000 Kilometer haben sich gelohnt.

Vielen Dank an meine Freunde, die mich so herzlich aufgenommen haben und versorgt haben 🙂

Hier findet ihr die Videos von “Dr. Whaaat”. 

Mentoren gesucht

6
Mrz
3
Katja

Für den Austausch zwischen Familien mit CI-Kind(ern) und jungen Erwachsenen, die selbst CI-Träger seit der Kindheit sind.

  • 1:1 Kontakt (1 Familie: 1 Mentor)
  • möglichst wohnortnah
  • Sich mal zum gemeinsamen Abendbrot zuhause treffen, in einem Café, ca. 3-4x im Jahr bzw. je nach Interesse und Bedarf
  • Die Kinder können den jungen Erwachsenen als Vorbild sehen – positive Identifikation („Der „Große“ hat ja auch ein CI wie ich“).
  • Die Mentoren selbst können ihre Erfahrung einbringen und bekommen eine positive Rückkopplung – Stärkung der Identität.
  • Die Eltern können Fragen loswerden, die ihre Kleinen noch nicht unbedingt beantworten können – Ermutigung der Eltern.

Ich selbst bin 25 Jahre alt, und trage ein CI (zuvor Hörgeräte) seitdem ich 9 Jahre alt bin. Letztes Jahr im September habe ich mich für ein zweites CI entschieden und lerne nun links das Hören neu. Zurzeit wohne ich in Lübeck und über Bekannte ist der Kontakt zu zwei Familien entstanden, mit denen ich jeweils in Kontakt stehe.

Ich würde die Verbindung zwischen den Familien und den Mentoren herstellen. Wer Interesse hat, als Mentor aktiv zu werden, kann unter ci-mentor@gmx.de sich bei mir melden. Welche Familie gerne einen Mentor kennenlernen würde, kann sich ebenfalls unter der angegebenen Emailadresse melden. Bitte gebt in der Email euren Namen und die Postleitzahl eures Wohnortes an. Über die Postleitzahl würde ich eine möglichst wohnortnahe Kontaktaufnahme ermöglichen. Über eure Emailadresse würde ich den ersten Kontakt zwischen Mentor und Familie erstellen, erst dann erfolgt der Austausch von Adressen und Telefonnummern im Detail.

Menschen mit B

2
Mrz
1
penelo

Ich, spätertaubt, Ci-Trägerin und riesen Filmfan muss heute etwas loswerden:

Als wir mal vor 5 Jahren bei Freunden einen Film ansehen wollten und ich darum gebeten habe Untertitel dazu anzumachen, sagte einer von ihnen zu mir: „Man müssen wir unbedingt Untertitel anmachen beim Film schauen…? Die nerven voll wenn die vor dem Bild sind!“

Ich stutzte über diese Aussage, habe aber dann nichts mehr erwidert aus Einfallslosigkeit und Scham. Zum Glück hat eine Freundin von mir gesagt: „Ja sicher, sie versteht ja sonst nichts vom Film!“ und hat einfach die Untertitel angeschaltet.

Heute, kaum 6 Jahre später – olé!-,  ist mir eine mindestens genauso dämliche Antwort auf die noch dämlichere Frage dieses Nörglers eingefallen:
„Also wenn dich Untertitel nerven, sagst du dann auch  zu nem Brillenträger:
“Achja übrigens, ich find dich voll hässlich mit Brille, mach die mal weg, ja, sonst bekomm ich noch Augenkrebs!?”

Oder pflaumst du einen Rollifahrer an mit:
“Man geh mir aus dem Weg und  tu mal diesen dummen Stuhl mit Rädern da weg, der verschwendet voll Platz!?“

Nun ein klassischer Aufschrei der Behindertenrechtler wäre hierbei denkbar mit: ~Wir brauchen mehr Aufklärung für die Menschen ohne Bewusstsein für Behinderungen, wir wollen Toleranz und Akzeptanz und Firlefanz!~

Ich hab da ne bessere Idee: Geben wir doch den nicht-Behindis einen neuen Namen und Begriff (die Theoretiker werden uns lieben), nennen wir sie doch ab jetzt mit überaus neutralen Begriff:
Menschen mit Behinderungslücke.