Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

DCIG Blogwerkstatt 5 – seid ihr dabei?

5

Junge Selbsthilfe: Im Fokus: Wir!

Tanztheater für hörgeschädigte Menschen

28. Oktober – 01. November 2017 | Jugendherberge Kassel (Schenkendorfstraße)
Du hast Spaß an Bewegung und Musik? Du hast Ideen und möchtest sie im künstlerischen Ausdruck umsetzen? Du hast Lust, Geschichten zu erfinden und Dich darin auszudrücken? Du möchtest gerne mit Dir und anderen Grenzen ausloten und auch überschreiten? Du bist offen für das, was sich in der Gruppe ergibt?

Dann bist Du hier genau richtig. Wir möchten mit Euch musikalische und tänzerische  Möglichkeiten entdecken. Wir möchten mit Euch gemeinsam Szenen erarbeiten, die Eure Bilder, Phantasien, Träume, Wünsche, Erlebnisse tänzerisch und musikalisch ausdrücken. Wir möchten mit Euch Euer eigenes Tanztheaterprojekt entwickeln. Elemente aus Tanz und Musik sind Mittel um Ausgangspunkte zu schaffen und Geschichten zu erzählen.
Was entsteht, entsteht aus der Phantasie der Akteure und ihrem Spiel mit den Mitteln aus Musik, Stimme, Bewegung, Begegnung. Ästhetik und Ausdruck stehen im Einklang mit dem Geschehen und nehmen Akteure und Zuschauer mit.
Wir arbeiten mit dem Staatstheater Kassel zusammen, das sich schon bei unserer ersten Anfrage von unserer Idee in den Bann ziehen ließ. Für unsere Arbeit stehen uns die Probebühnen dort zur Verfügung, und wir lernen professionellen Tänzer der Tanzkompanie des Theaters kennen.

Voraussetzung: Offenheit, Lust an der gemeinsamen Arbeit, Bereitschaft, sich auf den Prozess einzulassen.
Keine musikalischen oder tänzerischen Vorkenntnisse erforderlich!

Vier Wochen CI – und akustisch zurück auf Planet Erde (fast)

1
Mrz
27
ursulasoyez
Ich sehe die Vögel nicht, aber ich höre ihr Konzert.

Morgen (27.3.17). wird mein „Blechohr“ vier Wochen alt. Was es hört klingt meist in der Tat noch sehr blechern. Aber mir ist bewusst, wie weit meine Reise mich schon gebracht hat (Mehr zu den Etappen meiner Hörreise findet sich auf meinem Blog). Es ist Sonntagnachmittag 17:00 Uhr, ich habe heute bislang auf mein Hörgerät verzichtet und gehe nur mit CI durch den Tag. Es ist ein langsamer und ruhiger Tag, ich bin nicht dauernd auf mein Gehör angewiesen, aber trotzdem. Ich habe heute früh meinen Sohn verstanden, als er mir sagte was er zum Frühstück wollte und fragte ob schon Malstifte in seinem Koffer seien. Ich habe ihn auf seine Reise zu Oma und Opa verabschieden können und sein „Tschüß, Mama“ gehört. Ich habe mich mit den Nachbarn im Garten über das schöne Frühlingswetter unterhalten können. Ich habe mit meinem Mann beim Mittagessen den Nachmittag planen können – mit mehrmaligem Nachfragen und kleineren Missverständnissen, aber es hat geklappt. Klingt die Sprachwelt normal? Ein klares NEIN. Aber solange die Themen einfach, das Gesicht des Gesprächspartners sichtbar und die Umgebung leise sind, ist Kommunikation möglich. Vorhin konnte ich sogar beim spazierengehen meinen Mann meist verstehen, obwohl wir nebeneinander gingen. Stimmen klingen weiter metallisch-blechern, schrill an den ‚Rändern‘, aber bei Menschen deren Stimmen mir vertraut sind, werden diese doch langsam erkennbar. Alles in allem habe ich seit meiner dritten Einstellung am Mittwoch einen großen Sprung gemacht.

Insgesamt ist das CI jetzt lauter eingestellt – wenn ich sowohl Hörgerät als auch CI trage, habe ich erstmals das Gefühl, Sprache kommt auf beiden Seiten an. Es sind nicht mehr nur die Zischlaute, die ich im Alltagshören mit der CI-Seite wahrnehme. Deshalb scheint es mir seit Donnerstag, dass das Gehirn allmählich auch auf die Informationen der CI-Seite aktiv zurückgreift. Das erste Erfolgserlebnis mit der aktuellen Einstellung kam am Donnerstag, als ich mit einer Kollegin zur Arbeit gefahren bin. Ich bin es gewöhnt, dass ich mich zu einer Unterhaltung vom Beifahrersitz zum Fahrersitz hindrehen muss, damit das Gespräch die Mikros des Hörgeräts rechts gut trifft (und nicht der Motorenlärm dominiert), und damit ich das Mundbild des Sprechenden zumindest im Profil sehe. Am Donnerstag konnte ich erstmals seit Jahren immer wieder einige Zeit nach vorne schauen und trotzdem meine Kollegin verstehen. Der nächste Sprung nach vorne war Freitag. Ich habe mir einen kurzen Film auf dem Laptop angesehen (mit technischer Unterstützung, der Ton ging dank Minimic direkt ins CI) – einen englischsprachigen Redeausschnitt einer Konferenz, die Rednerin kenne ich gut. Ich hatte nicht damit gerechnet, etwas zu verstehen und war zu Tränen gerührt, dass ich nicht nur verstand, sondern auch noch die Stimme erkannte. Der Micky Maus-Anteil ihrer Stimme war in diesem Moment nur noch gefühlte zehn Prozent.  Ich habe danach versucht, einen weiteren Videobeitrag derselben Konferenz anzusehen, aber war sehr schnell zu erschöpft und verstand nichts mehr.

Heute nun habe ich eine Webseite zum Hörtraining herangezogen, die mir die Logopädin empfohlen hat: www.deutschelyrik.de – dort hat der Sprecher und Schauspieler Fritz Stavenhagen mehr als 1000 Gedichte eingelesen. Parallel zur Hörversion kann man den Text mitlesen. Perfekt geeignet für das CI-Hörtraining. Die Gedichte sind sowohl nach Autoren als auch nach verschiedenen Kategorien abrufbar, und ich habe mir heute Frühlingsgedichte angehört. Wunderschön – ob CI-Träger oder guthörend! Zum Monatsausklang empfehle ich Euch Erich Kästners Gedicht zum März. Ohne Mitlesen für mich noch schwierig, mit gleichzeitiger Lektüre gut verständlich, wenn auch noch scheppernd vom Klang her.

Der Frühling ist definitiv eine tolle Jahreszeit, das Hören wieder zu erlernen. Überall zwitschern Vögel und tirilieren in den höchsten Tönen, die jetzt wieder in meinem Gehirn ankommen – das macht gute Laune. Vogelgezwitscher klingt mittlerweile richtig ‚stereo‘ mit CI und Hörgerät. Kirchenglocken ähneln wieder einem echten harmonischen Läuten – statt der scheppernden Kakophonie mit Hörgerät. Andere Alltagsgeräusche sind leider sehr schrill – da alles leicht metallisch klingt, könnt ihr euch vorstellen, wie potenziert kreischend echte Metallgeräusche klingen. Manche solcher Geräusche tun weh, auch wenn sie ganz leise sind. Mein Tinnitus ist derzeit lauter als sonst, wohl auch von der Höranstrengung (was mich nachts leider manchmal länger wachliegen lässt). Wenn ich zu intensiv höre, wird meine Wange leicht taub und kribbelt – ich nehme an, eine Nebenwirkung der stetigen elektrischen Impulse. In den letzten Tagen war mir mehrmals auch wieder leicht schwindlig, dies gab sich zum Glück immer schnell. Ich habe jedoch auch den Alltag in ‚normalem‘ Tempo und mit recht viel körperlicher Aktivität gelebt – Gartenarbeit, Fahrrad fahren, flottes Tempo beim Gehen. Vielleicht hinkte da mein Gleichgewichtssinn noch etwas hinterher. Deshalb bin ich froh, heute einen ruhigen Tag einzulegen und die Tonspur des Frühlings bewusst zu genießen.

“Wie wird’s verständlich?” – Ein Wochenende

0
Mrz
6
martinabauer

Bereits auf dem Rückweg von der Blogwerkstatt 3 schwirrte mir so allerlei im Kopf herum, wie man diese tolle Gemeinschaft von jungen Leuten auch in Baden-Württemberg zusammenbringen kann. Kurz entschlossen unternahm ich noch im Zug erste Planungen. Schon wenige Tage später sagte mir Jana als Referentin zu, Ulrike kümmerte sich um die Unterkunft und so begann das Workshop-Wochenende Gestalt anzunehmen.

Herausgekommen ist ein Angebot für junge Erwachsene, die im Studium oder Berufsleben mit ihrer Hörschädigung zurechtkommen wollen. Wie kommuniziere ich mit meinem Umfeld, wie verhalte ich mich im Bewerbungsgespräch usw. Das sind Fragen, die wir beantworten wollen.
Und natürlich soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen… Schon mal was von Tiefseilgarten gehört? Und wer möchte, kann sich auch beim Kochen und beim Einstudieren eines Gebärdenliedes versuchen. Und das alles in netter Location im Schwarzwald.

Hier findet Ihr die Einladung mit allen Infos. Das Anmeldeformular also einfach gleich ausfüllen und uns schicken. Wir freuen uns auf Euch, gerne auch auf Teilnehmer aus anderen Regionalverbänden!
(Anmeldung bitte bis zum 31.03.2017)

Das Team „Junge Selbsthilfe“ aus BaWü 🙂

@Martina, @Tobias, Ulrike, Steffi