Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Yoga oder lerne deine innere Stimme kennen.

1
Aug
10
Katja

Neulich, da war die große Mondfinsternis. Da fand ein Yogakurs bei mir um die Ecke im Park statt.Schnell die Sachen gepackt und los. Kurz noch überlegt, nehme ich das Funk-Mikro mit, ach nö, ich will es ja entspannt und letztes Mal habe ich die Kursleiterin ja auch gut verstanden.

Also voller Vorfreude hin, ich stieß als letzte zur Gruppe dazu. Sie saßen im Gras auf ihren Matten im Halbkreis. Eine Lücke gab es noch, also legte ich mit dort hin. Eine innere leise Stimme sagte noch: frag doch, ob die anderen rutschen können, damit ich dichter neben der Kursleiterin sitzen kann. Psst, du willst doch nicht auffallen und den anderen Mühe machen.

Dann ging’s los. Ich freute mich auf die Anfangsentspannung. Ich machte die Augen zu und hörte nur einzelne Worte. Ich machte die Augen wieder auf und schaute zur ihr hin. Ich versuchte mich selber mit eigenen Worten in die Entspannung zu bringen. Aber hast du schon mal versucht mit offenen Augen zu entspannen? Meistens macht man irgendwann doch die Augen zu. Der Wind nahm zu und rauschte durch die Bäume. Unsere Gruppe war unter einer Weide im Park mit vielen Bäumen. Irgendwie klappt das nicht mit dem Entspannen. Etwa zehn Meter saßen nun auch mittlerweile etwa 30 Leute am Grillen, Reden und Lachen. Ich kann sonst Nebengeräusche recht gut ausblenden, aber heute ging das einfach nicht. Mein Frust stieg. Meine innere Stimme meldete sich zu Wort und sagte, tja hättest du mal das Funk-Mikro eingepackt, dann könntest du jetzt bestens folgen und die anderen wären auch nicht so laut zu hören. Und tja, dann leg dich doch einfach um. Aber dann unterbreche ich ja die Stunde.

Zum Glück ging es nun von der Entspannung aktiv weiter in die Yoga Übungen. Jetzt konnte ich wenigstens die Übungen nachmachen. Verstand zwar auch nicht alles, gerad die Erklärungen der Hintergründe zu den Übungen nicht.

Und wieder einmal war mein Ego stärker als die positiven Erfahrungen, wo ich das Funk-Mikro schon öfters beim Yoga genutzt habe und jedes einzelne Wort verstanden habe, egal wo die Leiterin gerad im Raum stand. Und jedes Mal war ich glücklich gewesen, dass ich mich überwunden hatte zu fragen.

Letztendlich ging ich nach Hause, ohne viel vom Yoga selbst mitgenommen zu haben. Ich schaltete meine CIs aus und nahm mir einen Abend in der Stille und auch noch den nächsten Morgen. Zwischendrin gestand ich mir ein, dass ich es auch manchmal nicht mag, schwerhörig zu sein und ließ die Tränen laufen. Und war aber ein wenig später dankbar, zu wissen und vor allem auf den Blogwerkstätten erfahren zu haben, damit nicht alleine zu sein 🙂 Und irgendwann habe ich mir gesagt: Hej, es ist alles in Ordnung. Und hab mich wieder riesig auf Hören und Verstehen gefreut. Und habe zum Auftakt eines meiner Lieblingslieder gehört.

Sind CIs so cool wie Wakeborden?

3
Aug
5
Katja

Letztens war ich mit meinen normalhörenden Freunden Wasserskifahren in diesem Jahrhundertsommer. Leichte Abendbrise. Am Rand der Anlage sitzen Menschen und schauen zu, wie Wakeboarder und Wasserskifahrer ihre Künste zu Wasser erproben, ihre Grenzen ausprobieren, Pirouetten durch die Lüfte drehen und so mancheiner einfach mit einem lauten Platsch im Wasser landet 🙂

Und na klar sind auch ein paar Kids dabei, die einige von den Erwachsenen um mehrere Nasenlängen an Wendigkeit und Geschick voraus sind.

Während ich in den Schlange stehe, sehe ich dass eines der Kinder, das gerade Pause macht plötzlich CIs trägt. Na, Mensch!

Nach ein bisschen Hin und Herüberlegen, soll ich es ansprechen oder nicht, bin ich schließlich hin und habe das Kind angesprochen. „Findest du Wakeboarden auch so cool wie CIs?“ Leicht irritiert schauten mich die Kinderaugen an, um mich gleich zu fragen: „Wieso? Haben Sie auch CIs?“ Zum Beweis zog ich mein Sportstirnband ab, mit dem ich mein CI in seiner Wasserschutzhülle während auf dem Wasser an Ort und Stelle halte. Und dann sagte er voller Stolz: „Das ist schon toll, dass es so eine tolle Entwicklung gibt. Können Sie auch Gebärdensprache?“ Dann haben wir mit unseren Händen unsere Namen buchstabiert und noch ein bisschen über Schule geredet und uns noch viel Spaß gewünscht.

Ach, wie cool.

So drehte ich noch weiter meine Runden auf meinen Brettern. Als die Sonne sich langsam dem Horizont und den Bäumen näherte und ich für die letzte Runde in der Schlange stand, tippte mich jemand am Arm an. Ich drehte mich um, das Kind grinste mich an und fragte mich, ob ich noch höre. Ja, antwortete ich. Das Kind: „Ich gebe dir mal einen Tipp! Nimm mal das CI ab und fahre so. Dann kannst du dich besser konzentrieren und du fährst noch besser!“ Gesagt getan! Der Start gelang, und das Schönste war die Stille in Freude bei untergehender Sonne zu genießen!