Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

15. – 18. August: Jung & Schwerhörig – HörCamp Bayern 2019

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sandy

Gemeinsam organisiert vom BayCIV e.V. und dem HörEnswert e.V.

Ein gemeinsames Erlebnis-wochenende für hörgeschädigte junge Leute und Junggebliebene im Alter zwischen 18 und 35 Jahren wartet auf euch! Freut euch auf ein spannendes und vielseitiges Workshop-Wochenende im schönen Altmühltal. Wir vom BayCIV e.V. und vom HörEnswert e.V.!. haben eine bunte Palette an Aktivitäten für euch vorbereitet! 😉

Nachdem ihr am Donnerstagabend angekommen seid, werden wir zusammen erstmal das Eis brechen (trotz Hochsommer!) und uns nach einem leckeren Abendessen bei lustigen Spielen und Gruppenaktivitäten kennenlernen!

Am Freitag steht dann bereits ein echtes Highlight vor der Tür: in gemeinsamer Teamarbeit bauen wir uns in zwei Gruppen unser eigenes Floßan der Altmühl! Selbstverständlich testen wir unsere Eigenbau-Dampfer danach auf ihre Hochseetauglichkeit! 😀 Welche der beiden Gruppen wohl das coolste Kreuzfahrtschiff hat? Wir sind schon sehr gespannt! 😛

Der Samstag wird garantiert nicht weniger spannend: wir wollen mit euch ins Theater gehen! Und wer spielt? Wir selbst! 😮 Keine Sorge, auch absolute Theater-Greenhorns werden auf ihre Kosten kommen, denn es ist ein Forumtheater: wir wollen mit euch in kleinen Gruppen schwierige Situationen für Hörgeschädigte nachstellen: du verstehst eine Durchsage nicht – und dann geht das Licht im Zug plötzlich aus? Du hast ein Date mit einem echt süßen Typen – und er spricht viel zu schnell? Der Aufzug bleibt plötzlich mit einem Ruck stecken – und du verstehst den Techniker am anderen Ende des Notrufs nicht? Dein Prof weigert sich, die FM-Anlage zu benutzen – und jetzt? Du  bist mit einer Gruppe unterwegs und verstehst nichts – weil sie nicht deutlich sowie langsam sprechen, obwohl du jetzt schon zweimal darum gebeten hast? …. to be continued! Bring deine eigenen Situationen mit, die du gerne einmal nachspielen und mit deinen neuen Freund*innen vom HörCamp besprechen willst! 🙂

Und wenn du nach dem Theater erstmal genug vom Brainstormen und Diskutieren hast: wir bieten euch am Nachmittag einen Aikido-Schnupperkurs an! Das ist eine asiatische Kampfkunst, die darauf aufbaut, körperliche Angriffe gezielt abzuwehren – also echte Selbstverteidigung!

Am Sonntag wird es schließlich recht entspannt: vielleicht habt ihr Lust auf eine Partie Minigolf, einen Abstecher ins Freibad oder einfach eine Runde Quatschen und Plaudern, ehe die Veranstaltung nach dem Mittagessen endet und du hoffentlich mit einer großen Portion Empowerment und einigen neuen Freundinnen und Freunden zurück nach Hause fährst! 🙂

Wann und wo?

Wann? Donnerstag 15. bis Sonntag 18. August 2019
Wo? Jugendherberge Eichstätt

Kosten

Tipp: jetzt noch schnell Mitglied werden beim BayCIV e.V. und beim HörEnswert e.V.! 😉

Mitglied bei HörEnswert100,- €
Mitglied bei BayCIV100,- €
Mitglied bei HörEnswert und BayCIV90,- €
Kein Mitglied: 120,- €

Die Kosten enthalten Übernachtung im Mehrbettzimmer, Frühstück, Lunchpaket bzw. Mittagessen und Abendessen.

Anmeldefrist bis zum 31. Mai!

Jetzt anmelden!

Programm – kurz & knapp

Donnerstag: Anreise bis 18 Uhr. Nach dem Abendessen Kennenlernspiele
Freitag: Gemeinschaftliches Floßbauen. Abends gemütliche Runde und Spieleabend.
Samstag: Forumtheater und Aikido-Schnupperkurs.  „Bunter Abend“.
Sonntag: Vormittag Zeit zum aktiven Austausch der Teilnehmer. Abreise nach dem Mittagessen ab 13 Uhr

Anreise

Die Jugendherberge Eichstätt ist sehr gut mit dem Zug zu erreichen. Der Bahnhof Eichstätt Stadt (nicht Eichstätt Bahnhof!) liegt nur 600 m von der Unterkunft entfernt. Zu Fuß läuft man etwa acht Minuten.

Keine Wertmarke oder zu lange Anreise mit Nahverkehr? Kein Problem! Fahrtkosten mit dem Zug (auch ICE) können bis zu 25 € erstattet werden. Je nach Anzahl der eingereichten Bahnfahrkarten können wir auch einen höheren Betrag erstatten.

Trotzdem zu teuer? Einfach bei uns nachfragen, wir gucken dann, welche Möglichkeiten bestehen. 🙂

Muss ich was bestimmtes mitnehmen?

Unbedingt eigene Handtücher mitbringen, da es in der Jugendherberge keine gibt. Nehmt ruhig zwei Handtücher mit, damit ihr beim Floßbau euch auch abtrocknen könnt, falls ihr nass werdet. 😛 Ersatzschuhe auch mitnehmen!

Bei schönem Wetter gibt es auch am Sonntag die Möglichkeit, ins Freibad zu gehen. Nehmt also auch Badesachen mit.

Reiserücktritt und Stornofristen

Bis zum 31. Mai: 10 %
Ab dem 1. Juni: 60 %
Ab dem 1. August 100 %

Wir empfehlen euch dringend, eine Reiserücktrittskostenversicherung abzuschließen. Bei kurzfristiger Absage durch den Veranstalter kein Regressanspruch.

Lust, mitzukommen? Dann jetzt anmelden! Wir freuen uns auf euch!

Von im Fokus: Wir! zum Solo

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Katja
Bewegungen erfüllen den Raum. Ich bin ich und wir sind wir. Oder Ich im Wir? Diesmal ist keine Sprache hörbar im Raum, aber sie ist sichtbar. In den Bewegungen. Im Raum zwischen den Menschen. Arbeite an der Qualität deiner Bewegungen! Mache dir bewusst, dass ein und dieselbe deiner Bewegungen ganz unterschiedlich sein kann. Qualität – was ist Qualität? Mit welcher Qualität willst du die Bewegung ausfüllen? DU kannst es entscheiden. Ich kann es entscheiden? Ja, du hast es in der Hand. Es ist dein Tanz. Ja, aber Qualität hat doch was mit Leistung, mit Richtigsein zu tun? Ich muss leisten und das will ich hier nicht. Nein, das ist es nicht. Qualität kann auch Intention oder Ausprägung heißen. Das klingt so abstrakt.

Aber ich ahne, dass es was mit mir machen wird.

Aus einer Farbe entstehen Assoziationen, aus Assoziationen entstehen Klänge. Aber wir bleiben bei den Bewegungen. Ich kann ganz kleine Bewegungen machen, ganz schnelle, eher fließend der Melodie folgend, eher rhythmisch, dem Takt folgend. Phasen der Gruppen, Phasen des Alleinseins, Phasen des Durcheinanders, Phasen der Zielstrebigkeit. Und dann die Dynamik in der Gruppe einfach treiben lassen. Wir trauen uns ein Solo zu. Wir wissen, wir sind nicht allein. Getragen von der Gruppe wächst jeder einzelne über sich hinaus. Das ICH im Wir. Der Rückhalt, der uns mutig werden lässt.
Im Schonraum der Tanztangente geübt, verlassen wir nun unterm freiem Himmel unsere Komfortzone. Im botanischen Garten laufen andere Menschen um uns herum. Wir sind auf der Wiese, die nun fortan unser Reich sein wird.
Wo erst vielleicht Zweifel im Raum standen, wie soll das denn da draußen werden, entwickelte sich unbeschreibliches. Kaum hatte unsere Gruppe sich eingestimmt, unsere Anfangspositionen eingenommen, entfaltete die Natur ihre Kraft und spornte uns förmlich mit Sinneseindrücken an. Tanzend auf dem Boden, den Rasen in den Händen spüren, mit der Nase im frischen Gras versinken. Wir waren in unserem Element. Die Bäume drumherum werden mit einbezogen. Der Wind streicht um die Körper und gibt einen Impuls für eine Änderung der Qualität. Wir bleiben nicht länger an Ort und Stelle, sondern entdecken die Natur um uns herum und beziehen sie in unseren Tanz zur Farbe grün mit ein. Wir haben uns was getraut, was keiner zuvor dachte.

Nachklänge

Ich kann entscheiden, wie ich mit einer Situation umgehe. Ich kann entscheiden, welche Qualität diese Situation für mich haben soll. Auf einmal bin ich dem ganzen nicht mehr so ausgeliefert. Es ist eine Sache der Perspektive. Ich lausche auf meine Impulse, gehe einen Schritt zurück. Was spüre ich, was nehme ich wahr?  ich akzeptiere das was da ist. Und dann kann ich entscheiden, was ich davon ausleben möchte.
Am letzten Tag wo wir die Aufnahmen der Projekte realisieren, regnet es in Strömen. Der Rasen ist rutschig, es ist kühl. Es ist nicht die Komfortzone vom vorherigen Tag bei Sonnenschein. Aber gerade das holt eine Intensität aus jedem Einzelnen von uns heraus.
Ich kann entscheiden, ob ich den Satz: „ich MUSS immer alles akustisch verstehen“ als wahr betrachte. Oder ich lasse eine andere Qualität zur Geltung kommen: ich habe die Freiheit, auch ich darf mal nicht alles nicht verstehen 😉