Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Zu Besuch bei Advanced Bionics

1
Jul
12
mareike
Zur Blogwerkstatt 2, die im Herbst 2015 stattfand, wurde bereits viel geschrieben (Bericht & Stimmen zur Blogwerkstatt 2). Advanced Bionics war damals nicht vor Ort, sprach aber die Einladung aus, dass ein Teilnehmer den Firmensitz von Advanced Bionics in Fellbach besuchen und einen Blick hinter die Kulissen eines CI-Herstellers werfen dürfe. Dieser Einladung bin ich im Mai 2016 gefolgt. Ich wurde am Bahnof in Fellbach abgeholt, und innerhalb von 15 Autominuten erreichten wir das Bürogebäude. Dort wurde ich herzlichst von Frau Dr. Stelzhammer-Reichhardt (Consultant für rehAB, BEA und Selbsthilfe) empfangen.

 

An dem Standort arbeiten etwa 30 Mitarbeiter, von denen die meisten bei meiner Ankunft angesichts des schönen Wetters ihre Mittagspause auf der Dachterasse verbrachten. Zunächst führte Frau Dr. Stelzhammer-Reichhard mich durch das sogenannte Sonova- Haus. Unser Rundgang begann in einem schalldichten Raum in Form eines überdimensionalen „Würfel“, welcher das Zentrum des Gebäudes bildet. Die absolute Stille, die in diesem Raum herrschte, hat mich sehr beeindruckt. Ich bin spätertaubt (einseitig)  und war bis 2012 absolut normalhörend.

 

Wir besichtigten einige Schaukästen, die ich auch fotografieren durfte. Diese boten Einblicke in die Vergangenheit der Hörgeräte und CI-Technologie (1970er Jahre bis heute)- für mich persönlich eine Reise in eine völlig neue Welt. Anschließend führten wir unseren Rundgang fort, vorbei an den Phonak-Büros bis zur Versandabteilung. Vor dem Hintergrund, dass dort sämtliche Retouren Deutschlands abgewickelt werden, hatte ich mir die Räumlichkeiten viel größer vorgestellt. Stattdessen handelte es sich um eine kleine, aber feine Abteilung, und ich konnte mit eigenen Augen sehen, von wo das Ersatzkabel und der Akku stammten, die mir AB auf meine Bitte hin einmal innerhalb weniger Tage zugeschickt hatte.

 

Von dort aus ging es zum Mittagessen und einer netten Unterhaltung mit einem der Techniker. Immer wieder war die Rede davon, dass am folgenden Abend eine Weltneuheit vorgestellt werden würde, näheres aber leider nicht verraten werden könne. Mittlerweile ist klar, dass es um das „Phonak Naída™ Link“, die neue bimodale Hörlösung ging, bei der Hörgerät und CI miteinander kommunizieren.

 

Anschließend wurde mir noch eine Präsentation über die Geschichte ABs vorgeführt, die erneut einen Sprung in die Vergangenheit vornahm. Ich erfuhr, dass die Firmengeschichte im Jahr 1993 mit der Gründung des Unternehmens durch E. Mann begann. Wichtige Meilensteine der Erfolgsgeschichte von AB waren die Genehmigung des ClarionTM Cochlea-Implantats mit vorgeformter Elektrode für Erwachsene, die Genehmigung für Kinder im Jahr 1997 und schließlich im Jahr 2009 die Übernahme durch die Sonova AG.
Zum Schluss der Visite stieß Lars Pohl (u.a. Marketingverantwortlicher, Betreuer des Webauftritts von AB sowie Social Media-Beauftragter) zu uns und gab mir folgende Fragen mit auf den Weg:

 

  • Wie sollte sich Advanced Bionics in Zukunft an der Blogwerkstatt beteiligen?
  • Welchen Benefit kann ein Hersteller aus der jungen Selbsthilfe der DCIG ziehen, wenn bspw. AB eine eigene Selbsthilfeplattform (www.hoerweg.de) betreibt?

 

Diese Fragen stelle ich gerne an dieser Stelle zur Diskussion.

 

Ich möchte mich bei Advanced Bionics für den interessanten Einblick bedanken, den ich bekommen durfte. Insbesondere danke ich Frau Dr. Stelzhammer-Reichhard für die nette Betreuung und Begleitung vor Ort sowie die angenehmen Gespräche, die wir u.a. auf dem Rückweg zum Bahnhof führten.

 

” Ich würde einen Ohrenarzt empfehlen “

2
Nov
20
mareike

Am Wochenende arbeite ich nebenbei in einem kleinen netten Hofcafé in der Nähe von Bremen. Vor gar nicht langer Zeit hat sich etwas (für mich sehr witziges) zugetragen.

Ein Samstag Vormittag – strahlendes Wetter – volles Café. Ich habe drinnen gearbeitet, bei vollem Laden eine “gute” Geräuschkulisse. 2 Gäste kamen rein, ich habe Sie zu einem Tisch gebracht und die Bestellung aufgenommen. Ein paar Minuten später habe ich die 2 Becher Cappuccino zum Tisch bugsiert, diese abgestellt und hörte dann von dem einen Gast den Kommentar “nicht schön”. Ich habe ihn daraufhin kurzzeitig irritiert angeschaut und fragte ” wie bitte ?” (Ich wusste ja was bestellt wurde). Der Gast wiederholte “sehr schön”. Ich habe den Gast schmunzelnd angesehen und sagte, dass ich “nicht schön” verstanden habe und deswegen so irritiert geguckt habe. Daraufhin fing er an zu lachen und sagt “Ich würde Ihnen einen Ohrenarzt empfehlen”. Ich stand da, kurzzeitig sprachlos und am überlegen, was sage ich jetzt ?!

Ich habe gehandelt ohne lange nach zu denken und habe gar nichts gesagt, sondern meinen Kopf leicht zur Seite gedreht, meinen Prozessor ein kleines Stück angehoben, damit der Gast ihn gut sehen kann. Ich habe selten jemanden gesehen, der  so schnell so rot und gleichzeitig so ruhig wurde.

Ich habe ihn bloß angelächelt und den Rückweg angetreten um den Rest der Bestellung zu holen…