Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Queer und Hörgeschädigt – na und?

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sandy

Es sind noch Plätze frei. Anmeldefrist ist bis 14.Oktober verlängert

Du bist lesbisch, schwul, bi-, trans-, intersexuell (LSBTI*) bzw. queer und schwerhörig oder gehörlos? Dann bist du auf dieser Seite genau richtig, denn vom 16. – 18. November 2018 veranstalten wir ein Wochenende für alle jungen Leute von 18 bis 30+ Jahren, die „doppelt anders“ sind!

Zum ersten Mal gibt es jetzt ein solches Angebot in Deutschland, das explizit für lesbische, schwule, bi-, trans-, intersexuelle junge Schwerhörige und Gehörlose da ist. Hier trefft ihr für ein Wochenende nicht nur auf schwerhörige junge Menschen sondern auf neue schwerhörige Freundinnen und Freunde, die genauso wie du LSBTIQ* sind!

Ist das der richtige Workshop für mich?

Plakat: Jung? Queer? Hörgeschädigt? / Empowerment-Wochenende für junge LSBTIQ* in Bayreuth / Workshops + Freizeit / Kontakte + Gemeinschaft / Inklusion + Nachtcafé / 16 - 18. November 2018

  • Selbstbewusstsein: bist du dir manchmal unsicher, selbstbewusst dazu zu stehen doppelt „anders“ zu sein?
  • Diskriminierungen: wurdest du schon einmal aufgrund deines Handicaps oder deiner Sexualität diskriminiert, beleidigt oder sogar angegriffen? Willst du wissen, was du tun kannst, um in bestimmten Situationen nicht benachteiligt zu werden, weil du (doppelt) „anders“ bist?
  • Kommunikation: bist du dir manchmal unsicher, wie du mit schwierigen akustischen Situationen umgehen sollst? Dein Gegenüber nimmt keine Rücksicht auf deine Schwerhörigkeit? Du hast dich wegen deines Handicaps nicht getraut, den süßen Typen neulich auf der Party anzusprechen?
  • Du möchtest neue Freund*innen kennenlernen, die nicht nur auch LSBTIQ* sind sondern genauso wie du auch ein Hör-Handicap haben?

Wenn Du auch nur eine der Fragen mit „Ja!“ beantwortet hast, dann bist du auf jeden Fall richtig!

Empowerment: Selbstbewusst zum „Anders sein“ stehen!

© Minka K. Gaber
© Minka K. Gaber

Das Wochenende steht unter dem Motto Empowerment! Deswegen haben wir zwei Expertinnen eingeladen, die sich super ergänzen werden und zusammen mit uns für euch ein spannendes Programm ausgearbeitet haben: Minka K. Gaber aus Berlin und Jana Verheyen aus Hamburg.

Minka ist selbst queer, hat sehr viel Erfahrung in der Durchführung echter Empowerment-Workshops und wird mit uns zusammen Strategien gegen Diskriminierung in Alltag, Schule, Studium und Beruf erarbeiten. Wir wollen, dass ihr selbstbewusst zu eurem Hör-Handicap und eurer Sexualität stehen könnt, weswegen wir auch diesem Thema einen geschützen Raum für Diskussion und Empowerment geben.

Zum Selbstbewusst sein gehört auch eine selbstbewusste Kommunikation – und gerade wir Hörgeschädigte brauchen hierfür die richtigen, schlauen Strategien, um taktisch positiv zu kommunizieren. Deswegen haben wir Jana bei uns im Boot. Sie ist absolute Expertin rund um Kommunikationsstrategien für Hörgeschädigte, z.B.: wie steuere ich Gespräche geschickt? Wie kommuniziere ich mein Handicap taktisch gut? Deswegen wird wird Jana mit uns genau diese Strategien interaktiv erarbeiten, damit wir nicht nur bei Konflikten und schwierigen Hör-Situationen einen kühlen Kopf bewahren, sondern uns beim nächsten Mal auch trauen, den süßen Typen auf der Party anzusprechen! 😉

Jana Verheyen
© Jana Verheyen

Übrigens sind Jana und Minka beide schwerhörig und tragen Hörgeräte – sie kennen die damit verbundenen Schwierigkeiten also nicht nur aus der Außenperspektive sondern wirklich auch aus eigener Erfahrung! 😉

Bevor wir schließlich alle am Sonntag mit vielen neuen Erfahrungen, glücklich und motiviert von Kopf bis Fuß und so manchen neuen Freundschaften im Gepäck nach Hause fahren wollen wir noch ein starkes Signal setzen für eine inklusive, l(i)ebenswerte Gesellschaft ohne Diskriminierung, Hass und LSBTIQ*-Phobie. Wie? Lasst euch überraschen! 🙂

Auch Freizeit, Spaß und Inklusion kommen nicht zu kurz!

Samstag Abend haben wir zusammen mit dem AK Queer- und Genderpolitik der Uni Bayreuth für euch etwas ganz besonderes vorbereitet: ein inklusives queeres Nachtcafé! Im Glashaus auf dem Campus trefft ihr auf andere junge queere Menschen mit und ohne Handicap: nach einem gemeinsamen kurzweiligen Kennenlernprogramm habt ihr Zeit zum entspannten Austausch, Plaudern und Netzwerken.

© AK Queer Bayreuth

Im Laufe des Abends werden wir schließlich Tische und Stühle wegräumen und für gute Musik sorgen: lasst uns zusammmen abzappeln und Party machen! Und weil wir Inklusion auch wirklich leben wollen, laden wir dazu alle in Bayreuth und darüber hinaus ein, die kommen möchten – ganz egal, ob LSBTIQ* oder hetero, ob mit oder ohne Handicap, ob mit A und B oder ohne C, denn jeder Mensch ist auf seine Weise anders. Lasst uns alle zusammen feiern, denn „Anders ist normal“ und „Anders sein vereint!“ 😉

Unterkunft, Hör-Inklusion und Kosten

Zimmer in der Jugendherberge Bayreuth
© Jugendherberge Bayreuth

Die einzige Inklusions-Jugendherberge Bayerns in Bayreuth bietet uns während des Workshops ein Dach über dem Kopf, Vollpensionvon Freitag abend bis Sonntag mittag und einen großen Tagungsraum mit eingebauter Induktionsschleife, so dass ihr die Stimme des jeweiligen Sprechers direkt über die T-Spule eures Hörgeräts oder CIs hören könnt! Zusätzlich gibt es während des gesamten Wochenendes Schriftdolmetscher*innen, die alles Gesagte während der Workshops direkt auf Leinwand in Schriftsprache dolmetschen!

Die Veranstaltung beginnt am Freitag um 18:00 Uhr mit dem Abendessen und endet am Sonntag nach dem Mittagessen um 13:30 Uhr.

Die Kosten für das gesamte Wochenende betragen pro Teilnehmer*in 100 Euro. Für Mitglieder ermäßigt nur 85 Euro!

Wir bezahlen eure Fahrtkosten!

Das Wochenende richtet sich explizit an alle hörgeschädigten Interessierten im deutschsprachigen Raum! Wir erstatten euch deshalb eure Fahrtkosten mit der Bahn (2. Klasse) bis zu einer Höhe von 80 Euro!

Jetzt anmelden!

Anmeldeschluss ist am Freitag, den 14. Oktober 2018!

Unterstützer und Förderer

Die Durchführung dieser Veranstaltung wird ermöglicht durch:
Logo der Adalbert-Raps-Stiftung
Logo Hannchen-Mehrzweck-Stiftung
Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"
Logo Bezirk Oberfranken

MOTIVATION – EINE KUNSTFORM, DIE DICH BEFREIT?

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sandy

Es sind noch Plätze frei. Anmeldefrist ist bis 28. September verlängert

Egal ob mit AusbildungStudiumBerufseinstieg oder Arbeit – wir jungen Hörgeschädigten stehen im Gegensatz zu Normalhörenden vor besonderen Herausforderungen. Wer kennt die Problematik nicht? Vielleicht stellst du dir öfters folgende Fragen:

  • Bin ich den Anforderungen gewachsen, die an mich gestellt werden?
  • Teile ich meine Zeit effektiv ein?
  • Manage ich schwierige Situationen gut?
  • Wie gehe ich mit dem Hörstress um?

Als ob dies nicht schon genug Herausforderungen wären, so stellt sich unsereins die Frage:

„Wie kann ich mich motivieren, wenn ich auf Hürden stoße, die durch mein Handicap größer zu sein scheinen als für Normalhörende?“

Aus diesem Anlass bietet HörEnswert e.V. einen Workshop gemeinsam mit Motivationsreferent und Weltrekordler Chris Ley. Lass dich von seinem YouTube-Video inspirieren: Das Video wird mit Untertitel angezeigt! Dazu musst du die Untertitel-Funktion aktivieren.

Bei diesem Seminar lernst du gegen die Energieräuber zu steuern und positive, motivierende Bewältigungsstrategien anzuwenden um die Alltagssituation zu entlasten und deine persönlich zur Verfügung stehende Ressourcen möglichst gut und effizient zu nutzen, aber sich dabei nicht zu überfordern.

Motivationstrainer Chris Ley (Bild: ©Chris Ley)

Empowerment: Motiviere dich selbst!

„Mit Selbstmotivation kannst du deine Ziele erreichen!“

Ein ganz zentraler Aspekt des Workshop wird dabei für dich sein: die eigene Motivation zu finden, zu lernen für dich selbst einzustehen, die eigenen Ziele zu erreichen und auch bei Widerständen und Hürden nicht aufzugeben, sondern im Gegenteil, dich selbst nachhaltig zu motivieren!

Location, Hör-Inklusion und Kosten

Der Workshop wird vom 5.-7. Oktober 2018 im Jugendbildungshaus am Knock in Teuschnitz im wunderschönen Frankenwald stattfinden. Damit es dir rund um den Empowermentworkshop auch wirklich an nichts mangelt, haben wir für dich alles erdenkliche organisiert. Mit Vollpension sorgen wir dafür, dass du stets volle Energiespeicher hast, um beim Workshop alles geben zu können und möglichst viel mit zu nehmen. Zusätzlich haben wir  im Sinne der Barrierefreiheit Schriftdolmetscher*innen organisiert, die zusätzlich zu einer FM-Anlage dafür sorgen, dass das gesprochene Wort während des Workshops direkt live auf die Leinwand in Schriftsprache gedolmetscht wird.

Du fragst dich, was mag das kosten? Motivationsredner sind nicht günstig – ja – aber Dank Fördergeber, die wir für diesen Workshop gewinnen konnten, entsteht für dich lediglich ein Unkostenbeitrag von 80 € für Mitglieder und 100 € für Nichtmitglieder. Darin ist der Motivationsworkshop inklusive Unterkunft und Verpflegung für das gesamte Wochenende enthalten. Zusätzlich könnt ihr eure Fahrtkosten mit der Bahn (2. Klasse) bis zu einer Höhe von 80 € bezuschussenlassen!

Das Wochenende richtet sich an alle Hörgeschädigte im deutschsprachigen Raum!

JETZT ANMELDEN!

 

Das wichtigste in Kürze:

Wo findet das statt?
Jugendhaus am Knock
Dr. Karl Braun Straße 1
96358 Teuschnitz

Um wieviel Uhr beginnt und endet die Veranstaltung?
Am Freitag ist Anreise ab 17 Uhr möglich. Abendessen gibt es dann um 18:30 Uhr. Der erste Workshopteil beginnt am Samstag vormittag. Der letzte Teil endet am Sonntag um 12 Uhr, wo wir im Anschluss gemeinsam noch Mittagessen. Anschließend findet die Heimreise statt.

Komme ich mit dem Zug hin?
Mit dem Zug fährst du bis zur Station Steinbach am Wald (RE-Halt aus Richtung Nürnberg, Bamberg und Jena).
Dort wird es einen Shuttle-Service geben, der dich abholt und direkt zum Jugendhaus bringt. Am Abreisetag bringt dich der Shuttle-Service selbstverständlich wieder zum Bahnhof. Und: wir bezahlen deine Fahrtkosten bis 80 Euro! 🙂

Wie sieht es mit der Barrierefreiheit aus?
Unser Workshop wird durch zwei Schriftdolmetscher unterstützt.
Dazu haben wir auch eine Gruppen-FM-Anlage mit Induktionsspule (Fernbedienung für dein CI nicht vergessen! 😉 ).

Was kostet es?
80,- €  Mitglieder
100,- € Nichtmitglieder

Die Kosten beinhalten Unterkunft und Vollpension.

Wann ist Anmeldeschluss?
Anmeldeschluss ist Freitag, der 31. August 28. September.

Wer ermöglicht uns dieses Seminar?
Dieses Seminar wird gefördert durch die gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbände in Bayern. Auch Aktion Mensch unterstützt mit seiner Förderung diese Veranstaltung. Wir danken uns für die Unterstützung! Ohne deren Förderung wäre diese einzigartige Veranstaltung nicht möglich.

Logo der Aktion Mensch.

Aufbruch in eine neue (Hör)Welt?

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sandy

Anfang März: In meiner neuen Bleibe, eine Mädels-WG, liegt nach einem anstrengenden Arbeitstag im Flur mein Poststapel. Unter anderem auch ein dicker großer DIN A 4 Brief von meinem Kostenträger der REHA. Zusage, Absage? Schnell wird der Brief geöffnet und siehe da: positiver Bescheid über 3 Wochen Reha! Ungläubig lese ich den Bescheid gefühlte 100x, bevor ich laut schreie und im Flur auf und ab hüpfe. Meine WG-Mädels freuen sich mit und werden heftig gedrückt, bevor ich meinen Eltern die positive Neuigkeit am Telefon mitteile.

Ostern: Post von der Reha Einrichtung direkt: Ab den 14.04. geht es los. Ein komisches Gefühl überkommt mich: So früh schon? Ich habe ja keine Zeit mich richtig darauf einzustellen! Was wird aus meinen Resturlaub aus 2015? Schafft meine Kollegin die Arbeit alleine? Und Himmel, ich wollte doch noch meinen Geburtstag nachfeiern mit meinen Freunden!

Ich musste mich erst mal setzen und meinen Gedanken freien Lauf lassen. 2 Wochen und dann soll ich schon auf der Reha sein. Und vorher muss irgendwie noch Resturlaub genommen werden, sonst verfällt dieser. Panik steigt in mir auf. Was ist mit der Arbeit? Schaffe ich es in 1 Woche alles zu managen? Und an meinen Geburtstag wollte ich doch auch früher Feierabend machen und mir einen schönen Tag machen!

Erst mal informiere ich meine Eltern und meinen Freund, alle freuen sich für mich und auch ich bekomme langsam Gefallen daran, auf der Reha zu sein. 3 Wochen, die nur meinen Ohren gehören. 3 Wochen raus aus dem Alltag, 3 Wochen Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten. Und vorallem 3 Wochen, die nur mir selbst gehören.

Anfang April: In der Früh lasse ich mir Zeit, bis ich in der Arbeit bin, der letzte Arbeitstag. Packe noch die letzten Sachen ein für die Reha. Schaue aus meinen Fenster in den großen Innenhof und entdecke einen Wildhasen, die bei unserem Stadtviertel öfters mal herumhoppeln. Ich werde wehmütig, die Stadt, wo ich erst seit kurzem wohne, die Hasen, die Mädels in der WG, meine Familie und ja auch die Arbeit und meine Arbeitskollegen werde ich vermissen!  Es fühlt sich an, wie Abschied nehmen. Abschied von mir selber. Werde ich nach der Reha die gleiche Person wie jetzt sein? Inwiefern werde ich mich selbst verändern? Werde ich noch offener mit meinen Hörschädigung umgehen? Werde ich danach noch mehr Blut geleckt haben, noch besser verstehen/hören zu wollen? Und ist das unbedingt gut, noch mehr zu wollen? Meine eigenen gesteckten Ziele habe ich erreicht, das reicht doch und ich bin unfassbar stolz was ich schon geschafft habe. Werden die Therapeuten vor allem noch mehr als ich wollen?  Und überhaupt, wie wird die Reha meine Ohren verändern? Werde ich in dieser Zeit zu ehrgeizig, dass ich danach enttäuscht bin, nicht alles erreicht zu haben?

Mit meinen großen Rucksack bin ich auf dem Weg zur S-Bahn Station, um auf die Arbeit zu gelangen. Eine seltsame Ruhe überkommt mich. Ist diese Reha in irgendeiner Weise ein neuer Start? Werde ich etwas dadurch verändern, was an mir nagt und werde ich noch positiver dem Leben gegenüber stehen?

Am letzten Arbeitstag bin ich ruhiger als sonst, da mich die Frage beschäftigt, inwieweit man meine Arbeitssituation in Bezug auf meine Ohren verbessern könnte. Und wie ich nach der Reha, die Arbeit erledigen werde. Wird sich überhaupt etwas ändern? Der Abschied von meinen Arbeitskollegen fällt mir schwer, da wir uns alle sehr gut verstehen.

Der letzte Blick auf meine Arbeitsstelle. Bus, S-Bahn und 2 Züge bis ich endlich bei meinem Freund, der etwas weiter weg wohnt, ankomme. 3 Tage Urlaub verbringe ich bei ihm, um genug Kraft zu tanken für die Reha. Und ich bin heilfroh, dass er mich an dem ersten Wochenende besuchen will.

Morgen geht es schon los. Ein guter Bekannter wird mich vom Bahnhof abholen. Gottseidank kenne ich zumindest schon einen, der auch dort ist und werde mich nicht alleine fühlen.

In dem Sinne: Es wird schon alles werden und ich denke ein paar Gedanken werden sich auch in Luft auflösen. Und wenn ich mich dennoch einsam fühlen werde, werde ich einfach meine Eltern oder meine Oma anrufen und mir ein bisschen Familie in die Reha holen. Und mich auf das große Wiedersehen freuen, auf meine Familie, Freunde und meine Hasen 😉 !