Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

“Ich hatte keine Ahnung!”

7
Sep
9
pialeven

Blogwerkstatt 3

Seit Wochen freute ich mich schon auf diese Tage in Diez. Ich wusste überhaupt nicht was mich dort erwartete und war gespannt darauf. Ich war zum ersten mal dabei und somit bin ich auf einen Haufen fremder Menschen gestoßen. Aber ich fühlte mich nicht lange fremd, denn alle waren sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig. Außerdem sind wir alle vom selben Stern und hatten etwas gemeinsam! 🙂

Peer counseling: Beratung oder Austausch durch gleichgesinnte Mitmenschen.

Für mich bedeuteten diese Tage in Diez sehr viel! Es tut immer gut, wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Ich fühlte mich plötzlich besser verstanden und dieses Gefühl, man ist nicht allein mit all den Problemen, machte mich stärker! Ich befand mich zu dem Zeitpunkt in der Endscheidungsphase „Lasse ich mir CIs implantieren oder nicht?“ Der größte Teil der Teilnehmer waren CI-Träger und somit konnte ich all meine Fragen loswerden und mir verschiedene Ratschläge einholen. Jetzt steht meine Entscheidung:

JA ICH WERDE ES MACHEN! Der vielfältige Austausch hat mir sehr geholfen und mir nur noch mehr Mut gemacht, dazu zu stehen und den Schritt zu wagen.

Fun and more!

Abgesehen davon, dass ich großartige Menschen kennen gelernt habe und mit allen eine Menge Spaß gehabt habe – Sei es beim Bogenschießen gewesen oder beim Floßbau oder bei den lustigen Abenden im Innenhof, habe ich in den vielen Workshops viel neues gelernt. Aus jedem einzelnen Workshop konnte ich etwas für mich selbst mit nach Hause nehmen. Sei es für mein privates Leben oder für meinen beruflichen Weg. Man muss seine Grenzen kennen lernen und auch akzeptieren können. UND man sollte auch immer offen für etwas neues sein. Bisher hatte ich mit Gebärdensprache nichts am Hut ( ICH HATTE KEINE AHNUNG! 😉 ). Auf der Blogwerkstatt 3 habe ich mich zum ersten mal damit beschäftigt und musste feststellen, was für eine außergewöhnlich coole Sprache das ist. Es lohnt sich immer wieder über seinen eigenen Schatten zu springen und etwas neues auszuprobieren.

Coming Back

Die Blogwerkstatt 3 in Diez hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, wie wichtig es für mich ist den Kontakt zu Gleichgesinnten zu pflegen. Es steht fest, dass ich in jedem Fall immer wieder dabei sein werde! 🙂

 

Liebste Grüße

Die Pia

Taube Nüsse München

6
Jan
17
penelo

Liebe Leute mit Blechohren, Hearies, Deafies, Ci-borgs, CODAs, Leute mit AVWS, DGS/LBG-kompetente Leute 

– Unsere Gruppe “Taube Nüsse München” geht online!

Wie kam es dazu?

Vor 8 Monaten kamen wir auf die Idee, doch mal wieder Treffen für Taube Nüsse in München zu veranstalten. Aus der kleinen Idee mit anfangs einer Hand voll Leuten ist jetzt schon eine richtig große Gruppe gewachsen.
Anlässlich der Vielzahl an Interessierten haben wir jetzt eine offizielle Website erstellt. Ihr findet die “Tauben Nüsse München” unter dem Link taubenuessemuenchen.jimdo.com !

Was findet ihr dort?

Wir informieren dort ab sofort über unsere aktuellen Treffen in München und laden alle herzlich ein, die Zeit und Lust dazu haben. Außerdem findet ihr auf unserer Seite einige interessante Insiderinfos, wie Freizeittipps für Taube Nüsse speziell in München oder auch praktische Tipps. Für alle, die interessiert sind Gebärdensprache zu lernen gibt es einen Haufen Tipps zum Lernen und zuletzt noch eine Seite mit Interessanten Links rund ums Thema “Taube Nuss”. Wir werden die Infos natürlich laufend ergänzen und freuen uns über jede Anregung und Idee eurerseits.

Wir freuen uns auf euch!

Die vielen Freunde, die wir über diese Treffen schon gefunden haben und die vielen, die wir hoffentlich noch finden werden sind die Bestätigung an uns, dass wir nicht allein sind, dass wir weitermachen wollen und, dass wir bei euch ein zweites Zuhause gefunden haben, das wir nie wieder missen wollen. Wir freuen uns auf euch!

Eure Dany, Jessi und die Tauben Nüsse München

 

Mentoren gesucht

6
Mrz
3
Katja

Für den Austausch zwischen Familien mit CI-Kind(ern) und jungen Erwachsenen, die selbst CI-Träger seit der Kindheit sind.

  • 1:1 Kontakt (1 Familie: 1 Mentor)
  • möglichst wohnortnah
  • Sich mal zum gemeinsamen Abendbrot zuhause treffen, in einem Café, ca. 3-4x im Jahr bzw. je nach Interesse und Bedarf
  • Die Kinder können den jungen Erwachsenen als Vorbild sehen – positive Identifikation („Der „Große“ hat ja auch ein CI wie ich“).
  • Die Mentoren selbst können ihre Erfahrung einbringen und bekommen eine positive Rückkopplung – Stärkung der Identität.
  • Die Eltern können Fragen loswerden, die ihre Kleinen noch nicht unbedingt beantworten können – Ermutigung der Eltern.

Ich selbst bin 25 Jahre alt, und trage ein CI (zuvor Hörgeräte) seitdem ich 9 Jahre alt bin. Letztes Jahr im September habe ich mich für ein zweites CI entschieden und lerne nun links das Hören neu. Zurzeit wohne ich in Lübeck und über Bekannte ist der Kontakt zu zwei Familien entstanden, mit denen ich jeweils in Kontakt stehe.

Ich würde die Verbindung zwischen den Familien und den Mentoren herstellen. Wer Interesse hat, als Mentor aktiv zu werden, kann unter ci-mentor@gmx.de sich bei mir melden. Welche Familie gerne einen Mentor kennenlernen würde, kann sich ebenfalls unter der angegebenen Emailadresse melden. Bitte gebt in der Email euren Namen und die Postleitzahl eures Wohnortes an. Über die Postleitzahl würde ich eine möglichst wohnortnahe Kontaktaufnahme ermöglichen. Über eure Emailadresse würde ich den ersten Kontakt zwischen Mentor und Familie erstellen, erst dann erfolgt der Austausch von Adressen und Telefonnummern im Detail.

Silence isn’t silent

5
Jan
11
penelo

Silence isn’t silent!

Dein Herz pocht, du spürst es an der Schläfe.

Du hörst eine Fliege in deinem Kopf surren, sie ist keine Eintagsfliege.

Viel zu weit weg steht dein Dozent und spricht playback etwas durch eine schalldämpfende Tasse, die seine Stimme vor Wiedererkennung bewahrt. Wenn er sie absetzt fixierst du seine Lippen so sehr, dass alles um sie herum schwarz wird.

Ein Mix aus abgehacktem Deutsch mit elbischem Akzent und der Monotonie einer althebräischen (manchmal nur lateinischen) Predigt rattert durch deinen Schallverstärker in dein Gehirn und spuckt 1/8-vollständige, oft unsinnige Sätze aus.

Als deine Ohren zu rauchen beginnen fährst du das System runter. Plopp- eine einsame Fliege surrt noch die Melodie zu deinem Stummfilm.

Du ahnst, dass in dieser Sekunde tausend Gedanken nach vorne galoppieren und du nichts tun kannst, um sie aufzuhalten. Du stellst dich der Schlacht.

>Warum kann ich nicht einfach wie alle anderen auch hören! Ich will hören! Das ist nicht fair! <

> Du bist schwerhörig und das ist okay. Das bist du, akzeptier dich selbst. <

> Ich bin behindert, ich werde niemals wie normale Menschen sein, ich werde immer ein Außenseiter sein! <

> Das einzige, was dich behindert ist die Gesellschaft. <

> In dieser Stille fühle ich mich unendlich einsam. <

> Stille ist nicht still, sieh, wie Laut wir sind! <

Du blinzelst dreimal und wachst auf. Deine Fliege bemerkst du heute nicht, heute ist nicht damals, heute nimmst du dein Zweitohr und hörst… Musik… deine Katze schnurren… deine Freunde in der lauten Disko… den Dozenten ohne hinzusehen.

> Ich kann dich hören, Welt. <

Und morgen gehst du im The-World-Is-Mute-Modus und triffst deine Leute, ihre Hände erzählen dir wieder die unendliche Geschichte und du siehst… deine Hände sprechen…die fesselnde Mimik deiner Freunde… eure Gemeinsamkeiten… so viel mehr, als sichtbar ist.

> Ich kann dich sehen, Welt. <

 

Deine Welt ist nicht still, wenn du sie nicht hören kannst. Und sie darf auch laut sein, wenn du sie hören willst.

The choice is yours!

 

Nelo/11.01.16/Cyborgs are free