Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Mein Leben und Ich

0
Mai
11
madeleine

Ich durfte bei einer Veranstaltung des CIV BaWü zum Thema Selbstbestimmt/Fremdbestimmt dabei sein und nahm dort an einem wundervollen Workshop teil. Wir sollten uns einen “unschlagbaren Vorteil”, den wir durch unsere Hörschädigung haben, aussuchen, oder uns ein “persönliches Ziel” setzen und dieses “künsterlerisch” festhalten… ich habe versucht ein kleines “Mut-mach-Gedicht” zu schreiben:

Poetry Slam

Mein Leben und Ich

Mein ganzes Leben lang, wurde mir gesagt was ich nicht kann.

Du reagierst nicht wenn man mit dir spricht! Dabei ist es deine Pflicht! Es ist unhöflich, gehört sich nicht.

Ich sehe sie an, sehe sie reden, wie sie Ihre Lippen bewegen, versuche mich zu konzentrieren, ihre Mimik zu studieren.

Kann alles sehen, doch nicht verstehen. Jetzt, jetzt fühl ich mich allein und klein, wünsche mir ein Teil der Kommunikation  zu sein.

Hab wieder einmal alles gegeben, doch gefühlt ging es daneben.

Dabei will ich doch hören, einfach nur dazu gehören.

Im Leben ist nicht immer alles Gold was glänzt, es ist wichtig dass du das erkennst.

Und so erinnere ich mich an meine Ziele, erreicht hab ich davon schon viele.

Kenne nicht nur die Fische im Wasser, nein, es geht sogar noch krasser.

Es kostete mich Kraft, doch ich habe es geschafft, ohne Sinn fürs Gleichgewicht, den Motorradführerschein gemacht.

Wenn auch nur für kurze Zeit, dafür gesorgt das vom Leben auch was bleibt.

Jetzt stehe ich hier, sehe mich um, eine wunderschöne Erinnerung.

Ich liebe nicht nur Goethe, Schiller, Shakespeare und das Dichten, sondern auch lebendige Geschichten.

Träume nicht dein Leben, nein lebe deinen Traum! Es gibt deinem Leben soviel mehr Raum.

Bin durch Höhen und Tiefen gegangen, fühlte mich oft in der Stille gefangen.

Doch heute weiß ich, auch das kann ein Vorteil sein, nicht immer in der hektisch-lauten Welt zu sein.

Nun fragt ihr euch zurecht, was will sie nur mit diesem Text?

Ich möchte euch an diesen schönen Tagen, eines gerne sagen:

“Lasst euch nichts einreden, lasst euch nicht klein reden, lebt euer Leben und sagt niemals nie.” Auch ich bin glücklich mit Hörgerät und CI.

Sehe froh und mit Zuversicht in die Welt hinein, bin froh und stolz ganz ich selbst zu sein…

#deafohralive #dcig #freundschaftdieverbindet #nevergiveup #taubundtrotzdemhören #blog #cochleaimplantat #meinLebenundIch

Familientreffen der besonderen Art #BW6

0
Mrz
26
Norma

Bald ist Ostern. Ostern ist ein Familienfest, so wie Weihnachten und Geburtstage. Die ganze Familie kommt zusammen und feiert. Oder auch nur ein Teil.

Dann gibt es da noch die Blogwerkstatt. Jede Blogwerkstatt ist ein Familientreffen auf einem ganz anderen Level. Zahlreiche junge Erwachsene mit Hörschädigung begegnen sich und sofort ist das familiäre Gefühl da! Das Vertrauen füreinander, keine Scheu vor Nähe!

Die Blogwerkstatt VI fand erneut in St. Jakob in Defereggen statt. Auf dem Tagesprogramm standen Skifahren und anschließend Workshops rund um Öffentlichkeitsarbeit. Trotz straffem Tagesablauf und teilweise wenig Schlaf (zumindest für die, die bis in die späten Stunden schnackten und spielten) strotzten wir immer vor Energie – sowohl auf der Piste als auch in der Arbeitsgruppe.

Wie schon zuvor in Kassel und Frankfurt erlebte ich ein großartiges Gefühl in der Gemeinschaft. Wir helfen einander. Wir vertrauen einander. Wir machen einander stark. Zusammen sind wir einfach unschlagbar! Nirgendwo sonst habe ich so viele Umarmungen in so kurzer Zeit erhalten – besonders nicht mit Leuten, die ich erst seit ein paar Stunden oder Tage kenne! Diese Art von Nähe ist nicht selbstverständlich, aber hier gibt es sie.

Was war noch?

Wetter war klasse! Nur anfangs gab es Nebel auf den höher gelegenen Pisten, ansonsten viel Sonnenschein, wie es sich gehört.

Statt Après-Ski gab es teilweise leckere Heißgetränke oder auch kühle Drinks im Café zwischen Herberge und Seminarraum. Man wollte ja wachbleiben für die Workshops.

Uuuund es wird noch ganz tolle Produkte geben, wie etwa ein ganz besonderes Drohnen-Video… mehr verrate ich hier nicht! ;P

Ach ja, die traditionelle Nacktabfahrt durfte natürlich auch nicht fehlen! 😉

Das schönste Geschenk am Ende dieser Familienfeier war die Nachricht: Wir kehren 2019 zurück nach St. Jakob!

Hinter den Ohren unter die Haut!

2
Feb
22
Norma

Eine kleine Berichterstattung für all jene, die nicht beim Fotoworkshop dabei waren, aber gerne etwas darüber erfahren möchten.

Am Freitag, 16. Februar 2018, sind wir nachmittags alle nach und nach im Hotel in Frankfurt eingetrudelt, haben eingecheckt und die Koffer aufs Zimmer gebracht, bevor es zum Seminarraum ging. Hier wurden wir von Oliver begrüßt und über den weiteren Verlauf des Wochenendes informiert. Des Weiteren wurden die Lebensgeschichten der fünf Models kurz vorgestellt. Für diese sollten wir am darauffolgenden Tag in einem professionellen Fotostudio mit dem den meisten von uns bereits bekannten Profifotografen Christian Borth (#CSH123, anyone?) passende Schnappschüsse machen.

Witzigerweise war parallel in einem benachbarten Seminarraum eine andere Veranstaltung der DCIG: ein Workshop für Eltern mit hörgeschädigtem Kind. Wir trafen dort Barbara und haben uns und unsere Junge Selbsthilfe spontan kurz den anwesenden Eltern vorgestellt. Dadurch können sie sich vielleicht ein Bild von der glorreichen Zukunft ihrer Töchter und Söhne in der besten Community überhaupt machen. 🙂

Zu Abend gab es dann typisch hessisch Speis und Trank, z. B. Frankfurter Schnitzel mit grüner Soße, Handkäs-Salat und Apfelwein. Zu guter Letzt wurde noch im Hotelzimmer 402 der 30. Geburtstag von Ole reingefeiert – wie es sich gehört mit Sekt, Musik und Tanz!

Am Samstag ging es nach einem ordentlichen Hotelfrühstück zum Fotostudio. Hier wurden wir von Christian Borth in die höhere Kunst der Fotografie und Ausstattung eingewiesen. Dazu gehörte der Aufbau der drei Sets und ganz besonders wichtig: die richtige Belichtung! Während wir Christian durchs Studio folgten und aufmerksam seinen Erklärungen zu den Kameraeinstellungen per Induktionsschleife lauschten, wurden die fünf Models von einer Stylistin und einer Kostümbildnerin mit Make-up und Garderobe kameragerecht aufgepeppt.

Schließlich wurden bis in den Abend hinein bestimmt tausende Fotos mit verschiedensten Posen und Perspektiven geknipst.  Wir bildeten drei Teams, die regelmäßig die Sets austauschten, damit wir jedes einzelne austesten konnte. Es war sehr interessant und ich glaube, viele von uns haben an dem Tag einiges dazu gelernt. Vielleicht gibt es sogar jemanden, der sich jetzt durch diese Erfahrung zum Hobbyfotografen entwickelt? Oder die, die es bereits sind, sind jetzt noch vertrauter mit den Möglichkeiten der Kameraeinstellungen.

Der Tisch wurde zum Abend wieder mit Frankfurter Spezialitäten gedeckt. Erschöpft, aber glücklich und um einiges schlauer, tauschten wir uns beim Essen über den Tag aus und genossen die Gesellschaft.

Sonntag haben wir nach dem Frühstück im hoteleigenen Seminarraum gemeinsam Ideen für die Veröffentlichung der fünf Stories samt Fotos erarbeitet. Wir durften auch schon eine Auswahl der Bilder vom Vortag einsehen und waren richtig begeistert von den kleinen Meisterwerken!

Ihr dürft gespannt sein auf die Veröffentlichung in der „Schnecke“! Ich werde hier nicht spoilern. Nur so viel sei gesagt: Es sind fünf tolle Models mit spannenden Stories, die sich um den Alltag mit CI (und ohne CI) drehen!

Ich finde, wir können stolz auf unser Werk sein! 🙂

Das Beitragsfoto hat übrigens unser top Assi-Assi Andi gemacht.

Gefühlswelt auf der Bühne

2
Nov
18
Katja

Improvisation – selbst mit dabei

Zwei Menschen sitzen auf dem Boden, Rücken an Rücken. Sie können sich nicht sehen, nur spüren. „Für einen kurzen Moment Zärtlichkeit.“ „Wo?“ „Am Rücken.“ „Es ist warm.“ Stille im Raum. Beide spüren nach, was sie fühlen. Doch plötzlich: „ Es ist mir zu viel! Ich habe Angst.“ Sie wendet sich von ihrem Gegenüber ab und entfernt sich. Es fällt schwer, den plötzlichen Abstand auszuhalten. Sie sitzen sich gegenüber auf dem Boden und schaffen es nicht, sich in die Augen zu schauen. „Es ist kalt hier.“ Die Hände tasten sich langsam vor und wandern über den Boden auf einander zu – ganz langsam. Es wird wärmer. Die Hände finden zueinander, die Arme berühren sich. „Spürst du es auch?“ „Ja, es wird wärmer!“ Sie umarmen sich und kommen zur Ruhe.

Improvisation – auf der Bühne

Eine Person steht auf der Bühne. Zwei Personen kommen dazu und sprechen sie an. „Deine Haare sind kürzer als meine. Und sie sind heller.“ Die Person bekommt Angst, ist verunsichert und verwirrt. Die zweite Person sagt: „Und dein Haar länger als meins und sie sind dunkler.“
Nein, das ist nicht wahr. Sie versucht sich zu verteidigen. „Aber sie sind heller als ihre.“ Sie zeigt auf die andere Person.
„Du bist anders als wir.“
„Nein.“
Doch und beide zugleich: „Anders!“
„ANdersANDersANDErsANDERs ANDERS!“ Sie wird kleiner. „Nein!“ Die Person sackt zu Boden. Sie kauert sich zusammen. Die anderen beiden umringen sie, zeigen auf sie und werden immer lauter.
Auch ich sacke zusammen, doch dabei stehe ich nur am Rand, nur als Zuschauer. Doch trifft mich diese Szene aus unserem Tanztheater mitten im Herz, das dröhnende ANDERS klingt nach in den Ohren. Und doch bin ich selbst nicht in dieser Situation, ich bin nur ein Zuschauer. Ich sehe etwas, was in mir eingeschlossen war. Das Erlebte wird aus den Untiefen herausgeholt, freigelassen, ohne dass ich selbst es noch einmal erlebe. Ich kann geschützt die Szene betrachten, denn es ist „nur“ ein Schauspiel. Ich kann etwas sehen, ich sehe es auf der Bühne, es ist nicht länger nur ein Gefühl im Bauch. Es wurde in Worte gefasst, dargestellt und ich kann der Vogel sein, der die Situation aus einem sicheren Abstand betrachtet.

„Wir sind gleich, denn wir sind alle anders.“

Rückblick – vor meiner ersten Blogwerkstatt:

Ich besuche eine Familie mit einem kleinen Kind. Wir sitzen zusammen bei Kuchen und Tee. Die Kleine möchte mit mir Memory spielen. Dem Papa  fällt ein, dass die Schwester Geburtstag hat, schnappt sich sein Tablet und schaltet Skype ein. „Hallo! Happy Birthday to you!“ Die Kleine rennt hin und singt mit. Dann fangen sie ein Gespräch an, die Kleine kommt zu mir zurück und wir spielen weiter Memory. Wir lassen uns dabei nicht ablenken. Doch plötzlich klingt ein schallendes Gelächter zu uns und die anderen im Raum lachen mit, nur wir zwei nicht. Ich und die Kleine. Ich denke: Hmm. Jetzt lachen alle und du hast den Witz nicht verstanden… Naja. Doch dann fange ich den Blick der Kleinen auf, sie schaut traurig, sie hat auch nichts verstanden und wendet sich aber dem Spiel wieder zu. Sie hat auch ein CI. Die Mama merkt unseren Gemütszustand und erklärt uns beiden den Witz. In Gedanken habe ich die Kleine umarmt und gleichzeitig habe ich irgendwie auch das Kind in mir getröstet und umarmt. Ja, sie und ich sind nicht allein.

Jetzt weiß ich es nicht nur, sondern habe dieses Gemeinschaftsgefühl wieder einmal mit noch mehr Taubsis erlebt:

„Wir sind gleich, denn wir sind alle anders.“ Wir sind nicht länger allein.

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Warum die Kaffeepause für mich keine Pause ist

0
Nov
15
fehrhoert

Jeder kennt es: Eine feine Gesprächsrunde bei Kaffee und Jause mit mehreren Menschen in einem Raum. Viele Themen werden in kurzer Zeit abgesprochen: Witze werden erzählt, Pläne fürs Wochenende werden geschmiedet, Erfahrungen und Informationen werden ausgetauscht. Locker wird gefachsimpelt, über Interna geplaudert und auch über Vorurteile philosophiert. Die Stimmung ist heiter und offen, das Gesprächsklima freundlich. Es wird gelacht, geschimpft, diskutiert, argumentiert und auch ein wenig geneckt. Oft ist ein Einzelner am Wort und die anderen hören zu, aber es wird auch durcheinander gesprochen. Soweit so gut und auch harmonisch.

Mitten darunter: Ich. Angestrengt und konzentriert versuche ich der Unterhaltungsrunde zu folgen, was mir nicht durchgehend gelingt. Es ist auch eine Geschichte der Tagesverfassung: Mal höre und verstehe ich Einiges, Mal vieles nicht. Ich möchte nicht dumm und begriffsstutzig wirken und den Gesprächsfluss ständig stören – deswegen Frage ich nicht immer nach, wenn ich was nicht höre. Obwohl ich mich unwohl fühle, versuche ich, zumindest nach außen Selbstbewusstsein auszustrahlen und frage mich ständig, ob mir das auch gelingt.

Ich verstehe viele Wortfetzen aber nicht alle, mein Gehirn ist ständig mit Hören, Lippenabsehen und kombinieren des Wahrgenommenen beschäftigt. Sprecher- und Themenwechsel, Tassen- und Geschirrgeräusche sowie die schlechte akustische Raumausstattung machen mir nach und nach zu schaffen. Einige verdecken auch ihr Mundbild mit Kaffeetassen oder Pausenbroten oder kauen während dem Sprechen, andere wenden mir gar das Profil zu.

Plötzlich wird ein mir geläufiges Thema diskutiert und ein Gesprächspartner in meiner unmittelbarer Nähe ergreift die Initiative. Es ergibt sich für mich kurzfristig eine akustisch sehr angenehme Situation. Ich überlege: Soll ich mich nun auch an der Diskussion beteiligen oder nicht? Soll ich meine Meinung kundtun oder ruhig sein? Doch was ist, wenn ich nicht alles gehört habe und was „falsches“ sage? Das wäre peinlich und ich stehe wieder mal als „dumm“ da. Noch während ich darüber nachdenke, ergreift die Person mir gegenüber das Wort und wechselt das Thema. Chance vertan.

Ich höre weiter angestrengt zu und das Gespräch plätschert dahin. Ich kann nicht allen Teilnehmern folgen und fühle mich zunehmen unsicherer. Deswegen halte ich mich auch überwiegen aus der Diskussion heraus. Um nicht völlig unbeteiligt zu sein und komisch angeglotzt zu werden, nicke ich manchmal bejahend oder schüttle den Kopf bzw. lache, wenn andere es tun.

Plötzlich herrscht Stille in der Diskussionsrunde. Panik macht sich in mir breit. Hat mich wer angesprochen, ohne dass ich es bemerkt habe? Ich schaue unauffällig nach links und nach rechts. Doch aus der Mimik der Menschen in der Diskussionsrunde kann ich erkennen, dass mich niemand was gefragt hat. Ich bin erleichtert. Zu oft habe ich mich schon geschämt, weil ich nicht bemerkt hatte, dass ich angesprochen wurde. Zu oft wurde ich deswegen schon ausgelacht.

Doch die Stille hält an. Die Runde sucht offenbar nach einem Gesprächsthema. Da ich mich bisher noch kaum an der Unterhaltung beteiligt habe, verspüre ich zunehmend den Druck, etwas sagen zu müssen. Schnell denke ich durch, welches Thema wohl passen würde: Wo bin ich thementechnisch und argumentativ so sicher, dass ich nicht alles zwingend verstehen muss und auf etwaige Fragen gut reagieren kann? Ich entscheide mich dafür, eine Person welche zufällig auch in meiner Nähe sitzt, nach den Baufortschritt seiner Wohnung zu befragen – das ist taktisch deswegen klug, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine Frage beantworten muss, ist eher gering. Darüber hinaus erzählen Menschen gerne von sich und was sie beschäftigt. Nebenbei muss ich nicht zwingend alles verstehen was gesagt wird, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie ein Privatbauvorhaben so abläuft.

Die von mir befragte Person erzählt und erzählt und es folgt eine hitzige Diskussion über die hohen Mietpreise in Tirol und die Kosten für Wohnungseigentum im Allgemeinen. Es wird kurz über Rechtliches, wie z.B. die höchst zulässige Baudichte oder Bebauungspläne gefachsimpelt. Am Ende wird noch die Wohnbauförderung besprochen. Über all dies hätte ich viel zu sagen. Ich kenne mich durch meine vorherige Arbeit mit Bebauungsplänen und auch mit den Vorrausetzungen der Wohnbauförderung aus. Trotzdem bleibe ich still.

Gerne würde ich auch mein Wissen preisgeben oder was Witziges sagen. Gerne würde ich auch zeigen, dass ich nicht „dumm“ und durchaus gesprächig und argumentativ sicher bin. Doch die Angst, was nicht zu verstehen und ins Fettnäpfchen zu treten, wie schon viele Male vorher in meinem Leben, ist größer als der Wunsch, sich in der Runde gesprächstechnisch zu profilieren.

Daher bin ich froh, wenn die Kaffee-Runde sich endlich auflöst. Das angestrengte Zuhören hat mich müde gemacht, meine Kaffeetasse ist auch schon leer und ich spüre wie meine Konzentrationsfähigkeit sehr nachlässt. Der Gedanke an das Kundengespräch unmittelbar nach dieser „Pause“ lässt mich schaudern, doch ich werde es schon irgendwie schaffen.

Ich halte noch einige Minuten durch, eine Kollegin meinte zum Abschied: “Morgen wieder zur selben Zeit am selben Ort? Ich nehme Kuchen mit!“ Alle nicken begeistert und auch ich tue es. Let’s try again…

Orginallink zu diesem Blogeintrag:
http://www.fehrhoert.com/index.php/blog/67-warum-die-kaffeepause-fuer-mich-keine-pause-ist

Mehr von mir gibt es unter meinem Blog:
www.fehrhoert.com

Auch auf facebook zu finden:
https://www.facebook.com/fehrhoert/

Knotenlöser

1
Nov
5
Katja

Emotionen mit dem Körper erleben und sichtbar werden lassen. Tanztheater. Singen, auch wenn wir glauben, nicht singen zu können. Theatertanz. Die Macht der Stimmen ziehen mit, lassen Gänsehaut die Arme hochwandern. Tanztheater. Alle tanzen gemeinsam, alle schauen in den Spiegel. Theatertanz. Und doch ist auch Zeit, für sich alleine. Bewegung fließen lassen, hören wie ich atme, völlig frei ohne Blockaden und ohne sich komisch zu fühlen, jeder ganz bei sich selbst und dann fällt es mir leichter. Tanz.

Nicht nachdenken, welche Bewegung ich als nächstes mache, sondern einfach dem Körper freien Lauf lassen. Und plötzlich traue ich mich, plötzlich entweicht meinen Lippen ein Ton und ja, ich höre mich selbst. Wir hören uns selbst. Ich schaue den anderen an, fange Bewegungen von ihm auf, überwinde mich, lasse mich auf ihn ein. Ein ganz feines Beobachten, um jede Chance zu ergreifen. Kein Suchen nach Chancen, sondern ein Wahrnehmen von ihnen. Es fühlt sich gut an und auf einmal bin ich überrascht. Da, da kommt die nächste Bewegung, sie bahnt sich an. Ausprobieren, es gucken alle…

… und doch schaut keiner, denn ich bin bei mir.

Ein Vertrauen schwebt in der Luft, wir sind getragen und geborgen. Gegenseitiger Respekt stärkt uns und lässt uns wachsen.

Hier eine Ecke des Tanzraumes, die entdeckt werden will, dort ein ganzer Raum, wir ziehen Kreise, laufen Schulter an Schulter, berühren uns, kommen uns näher, da entsteht etwas, da bewegt sich etwas, da rührt sich was. Und das nicht nur einmal im Raum, nein, die Begegnungen entstehen immer wieder neu und immer wieder mit anderen Menschen aus der Gruppe. Ein Blick wird aufgefangen, die Augen sagen Ja, die Körper nähern sich, steigen übereinander, Rücken an Rücken, ist der Boden oben oder unten? Ja, ich vertraue.

… und doch schaut keiner, denn ich bin bei mir.

Man verliert das Gefühl für Raum und Zeit. Ich bin ich. Im Hier und jetzt. Eine Atmosphäre, in der man sich traut zu sein, in der alle sind und ich bin. Wo ich mich in dem Moment verliere, wo ich mich meinen Ängsten stelle und mich konfrontiere. Ein Trommeln der Hände macht die Musik. Die eine Hälfte gibt den Rhythmus vor, wir lauschen, folgen und vertrauen Gruppe. Niemand weißt was in fünf Minuten sein wird, einfach treiben lassen und das aktiv, nicht das Ergebnis zählt, sondern das Gefühl und die Momente, die dabei entstehen.

Fokus gibt Intensität.

Pausen zum richtigen Zeitpunkt verändern den Klang. Sätze in Sprechchören erfüllen den Raum, Bewegungen unterstreichen das Gesagte, lassen es authentisch wirken. Die Stimmen tragen und stärken und plötzlich ist da Gänsehaut.

Aus einem Satz, der auf Papier steht, wird ein gesprochenes Wort, aus dem Wort ein Satz, aus dem Satz eine Betonung, aus der Betonung eine Bedeutung und plötzlich ist er da. Da Satz mit Leben gefüllt, nicht länger nur schwarze Tinte, sondern ein Klang mit Gefühl. Deine Welt, dein Zugang zum Gegenüber. Ein Aktionsraum nimmt Form an, er wird lebendig und füllt die Erinnerung.

Das DU gehört zum WIR!

 

Wo ist der rote Faden?

4
Nov
3
madeleine

Jeder von uns hat mit Sicherheit in Gesprächen oder Vorträgen schon einmal den “Faden verloren”, oder?

Doch hatte ich ihn überhaupt schon gefunden ? 

Diese Frage nahm ich aus Kassel, der 5. Blogwerkstatt mit nach Hause. Seit ich im August 2016 bei der 3. Blogwerkstatt, das erste Mal auf andere Hörgeschädigte in meinem Alter traf, versuche ich das Erlebte in Worte zu fassen, was mir bisher nicht wirklich gelang – zu intensiv waren und sind die Gefühle dabei. Zu Hause lebe ich in einem komplett “guthörenden” Umfeld. Natürlich bringen meine Freunde und die Familie Geduld und Verständnis für mich auf, dennoch fühle ich mich oft nicht wirklich verstanden.

“Gut gemeinte Ratschläge”

Ich müsse “einfach mehr üben”, “mein Hörgerät lauter stellen” oder mal wieder zur CI Einstellung gehen. Solche und ähnliche Aussagen beantworte ich zwar meistens mit einem Lächeln, empfinde sie aber häufig trotzdem als verletzend. Dem entsprechend ruhig und zurückhaltend war ich als ich damals in Diez (#BW3) ankam. Zu schlecht waren meine Erfahrungen in fremden Gruppen. Doch das änderte sich schnell. Jeder wurde herzlich aufgenommen, begrüßt und umarmt. Ein Umfeld in dem man sich auf Anhieb wohl fühlte.

Die 5 Tage vergingen wie im Flug. Zu Hause angekommen war ich noch tagelang überwältigt von den vielen Eindrücken und Emotionen der vergangenen Tage. Doch eines war bereits klar: “Ich komme wieder”.

Blogwerkstatt 4 – Spaß im Schnee 

Als Ski-Anfänger stellte ich mich der Herausforderung in St. Jakob, Osttirol (#BW4). 230 Tage warten hatte nun endlich ein Ende. Schnell war es wieder da, dieses Blogwerkstatt-Feeling”, das ich nicht wirklich beschreiben kann, aber so vermisst hatte. Eine Woche verbrachten wir gemeinsam in Österreich und wieder zeigte sich, was für eine tolle Gemeinschaft wir sind. Denn egal ob Anfänger oder Profi, jeder half jedem und der Spaß stand im Vordergrund. Selbstverständlich, dass ich nach all diesen Erlebnissen auch in Kassel bei der #BW5 wieder dabei sein wollte.

Diesesmal ging es beim Tanztheater sehr ruhig und gefühlvoll zu. Als Hörgeschädigter mit der eigenen Stimme zu arbeiten, ist mir und anderen anfangs sicherlich nicht leicht gefallen. Doch auch hier zeigte sich die Stärke in der Gruppe. Zusammen erzeugten wir einen fantastischen Klangteppich, der Gänsehaut entstehen ließ.

Der Weg ist das Ziel..

Es scheint, dass ich den roten Faden wohl gefunden habe – in der Gemeinschaft und im Kontakt unter Gleichgesinnten.

WIR sind der rote Faden !!

#wirsindallegleich #Focus #Gegensätze #roterFaden #ichdankeeuchallen #dcig #deafohralive

Alle Wege führen nach Kassel #BW5

4
Nov
2
Norma
Wege nach Kassel

“Wir sind gleich, denn wir sind alle anders.”

Dieses Zitat ist aus dem Theaterstück, das wir im Rahmen der fünften Blogwerkstatt selber entwickelt haben. Es trifft die Stimmung innerhalb unserer Gruppe sehr gut. Denn wir sind alle hörgeschädigt und in der normalhörenden Welt werden wir nun mal „anders“ wahrgenommen oder fühlen uns selber „anders“.

Dies hier ist mein persönlicher Eindruck zur fünften Blogwerkstatt, meine erste und sicher nicht letzte! Ich war sehr überwältigt von dem Gefühl der Zusammengehörigkeit. Schon bei der Ankunft fühlte man sich sehr herzlich aufgenommen und auch an den Folgetagen wurde sehr deutlich, wie wunderbar die Gruppe funktionierte. Es war kein T.e.a.m. („Toll, ein anderer macht’s!“), sondern tatsächlich ein TEAM.

Unter Normalhörenden bin ich immer diejenige, die etwas mehr Rücksicht braucht und viel aufmerksamer sein muss als andere. Ich fühle mich oft nicht richtig verstanden („Cool, du kannst also dein Gehör einfach abstellen, wenn du willst!“ – ja, aber zu was für einem Preis??) und Nichtgehörtes wird schnell abgewunken („Ach, ist nicht so wichtig!“). Jeder mit Hörschädigung kennt solche Situationen.

Umso schöner war es dann in Kassel, wo ich eine von vielen war.

  • Jeder weiß, was Hörschädigung tatsächlich bedeutet.
  • Keiner wird ausgelacht, weil er bedingt durch die Hörschädigung einen gewissen Dialekt hat oder aus dem Rahmen tanzt, weil etwas nicht gehört wurde.
  • Nichtverstandenes wird geduldig wiederholt, bis es angekommen ist. Egal, wie oft.
  • Hilfsmittel wie Gebärden und Fingeralphabet sind selbstverständlich.
  • Blickkontakt sowieso.

Es gab auch kleine Situationen, die mir sehr gefallen haben. Zum Beispiel, wenn zwei Hörgeschädigte mitten auf der Straße laufen und vertieft in ihrer Unterhaltung das von hinten kommende Auto erst spät bemerken. Sonst sind es ja die guthörenden Freunde, die einen frühzeitig zur Seite ziehen. 🙂

Schön ist auch, dass keiner sich vor Körperkontakt zu scheuen schien. Ich habe oft das Gefühl, dass gerade hörgeschädigte Menschen gerne andere berühren, etwa um Aufmerksamkeit zu erhalten oder ihr Mitgefühl zu zeigen. Sonst kenne ich das nur von guten Freunden oder Familie. Daher entstand auch sehr schnell eine familiäre Atmosphäre in der Gruppe.

Besonders ist auch: Niemand wird außen vorgelassen. Denn alle kennen das Gefühl, ausgeschlossen zu werden. Es ist jedem in der normalhörenden Gesellschaft mal passiert und innerhalb der Blogwerkstatt wurde eben jenes verhindert. Jeder war mittendrin statt nur dabei!

In den fünf Tagen, die wir gemeinsam in Kassel verbrachten, fühlte ich mich ungewohnt wohl und gut aufgehoben, das kenne ich von sonst nirgendwo so. Innerhalb der kurzen Zeit hatte ich dann plötzlich gefühlt 39 neue Freunde! Bestimmt ging es anderen auch so. 🙂

Bewundernswert, zumal jeder aus unterschiedlichsten Ecken in Deutschland (und Österreich) kam. Es haben also tatsächlich alle Wege nach Kassel geführt.

Mein Aufenthalt in der MEDIAN Kaiserbergklinik, Bad Nauheim

0
Apr
7
fehrhoert

Ich war vom 17.01.2017 bis 21.02.2017 in der MEDIAN Kaiserbergklinik in Bad Nauheim zur Rehabilitation auf Grund meiner Cochlea Implantat Operation vom Vorjahr. Ich möchte nun auf im BLOG #fehrhoert eine ausführliche Rezension zu meinem Aufenthalt veröffentlichen:

Vorab möchte ich sagen: Meiner Meinung nach ist die Möglichkeit zur Reha für CI Patienten und Hörgeschädigte notwendig und richtig. Egal wie gut oder schlecht jemand hört – in diesen 3 bzw. 5 Wochen hat der Mensch Zeit sich intensiv mit dem Hören zu beschäftigen. Man kommt aus dem Alltag raus, man erfährt Dinge über sich und das Hören sowie über sein CI bzw. sein Hörsystem, welche man vorher nicht wusste. Nach einer CI Operation oder nach einem Hörsturz muss der Körper sich erst einmal umstellen und neu sammeln, seine Kräfte bündeln. Dies gelingt meiner Meinung nach am besten bei einem intensiven Rehabilitationsaufenthalt. In Österreich gibt es leider keine Reha-Einrichtung, welche sich auf hörgeschädigte Menschen spezialisiert hat. Umso wichtiger ist es, dass zumindest in Deutschland erkannt wurde, dass solche Einrichtungen notwendig sind und deswegen war und bin ich sehr froh, dass man mich nach Bad Nauheim geschickt hat.

Die ersten 3-4 Tage waren für mich die stressigsten, denn die allfälligen Erstuntersuchungen und -gespräche im Haus mit den Ärzten sind Zeitfresser, aber notwendig. Am Anfang legt man mit der Stationsärztin die Rehabilitationsziele fest. Danach muss man seine Hörgeschichte öfters wiederholen. Die Ärzte, das Pflegepersonal und die Mitpatienten – alle sind sehr interessiert und wollen es genau wissen – deshalb erzählte ich meine Hörhistorie gerne öfter. In der Regel hat man – je nachdem wieviel Reha-Ziele man mit der Stationsärztin festgelegt hat – zwischen 4 und 8 Anwendungen pro Tag. Als CI-Träger hat man täglich 2 Hörtrainingseinheiten (Gruppen und Einzelhörtraining), 2 x wöchentlich Kommunikationstraining, Einzel- und Gruppengymnastik fürs Gleichgewicht (bis zu 3 mal die Woche, wenn man Gleichgewichtsstörungen hat), sportliche Anwendungen (wenn möglich), sowie mehrmals wöchentlich CI-Einstellungen, Audiometrie-Sitzungen und diverse Schulungen und Vorträge über Technik, Medizin und Psyche. Hinzu kommt noch wöchentlich entspannende Behandlungen wie „Massage“, „Wärmepackung“ und „Hydro-Jet“ Das für mich die Zeit unter der Woche quasi im nu verflogen ist, brauch ich wohl nicht extra erwähnen.

Nun zu meiner Bewertung:

Für mich ist die große Stärke der MEDIAN Kaiserbergklinik das überaus freundliche Ärzte- und Pflegepersonal, welches nicht nur mit fundiertem fachlichem Wissen punktet, sondern auch sehr bemüht um das Wohlbefinden der Patienten ist. Selten zuvor hab ich solch einen zuvorkommenden aber niemals aufdringlichen Umgang mit Patienten erlebt. Noch dazu hatte ich nie wirklich das Gefühl, dass die Ärzte unter Zeitdruck standen, obwohl insgesamt etwa an die 200 Patienten zu betreuen waren.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die die Vestibulär-Untersuchung. Selten zuvor habe ich einen so geduldigen Arzt erlebt, der sein Fachwissen einem Laien wie mir zugänglich gemacht hat und sich nicht zu schade war, mir viele Zusammenhänge in möglichst einfachen Worten zu erklären. Darüber hinaus verfügte der Arzt welcher mich untersuchte, offensichtlich über einen riesigen Erfahrungsschatz, von dem nach meiner Ansicht nach sowohl die Ärzte als auch die Patienten im Rehazentrum nur profitieren können.

Meine Stationsärztin überzeugte mich ebenfalls mit ihrer zuvorkommenden Art, ebenso wie die anderen Turnusärzte. Egal mit welchen Problemen ich zu ihnen kam – die Bandbreite reichte von Nasenbluten, über verschreibungspflichtige Medikamente zum Sport bis hin zur ausführlichen Analyse meiner gesundheitlichen Gesamtsituation. Meine Stationsärztin forderte mich auch immer wieder auf, bei Problemen zu ihr zu kommen – nicht nur deshalb fühlte ich mich gut aufgehoben.

Ein weiterer Pluspunkt sind die täglichen Gruppen- und Einzelhörtherapien. Hier wird einem oft schonungslos aufgezeigt, bei welchen Buchstaben oder Lauten es hapert. In Folge dessen kann man bei der hausinternen CI oder Hörgeräteinstellung versuchen, der persönlichen Schwäche entgegenzuwirken. Oder aber man kann im Zimmer gezielt Übungen am zur Verfügung gestellten PC durchführen, um sich hinsichtlich des individuellen Problemfeldes zu verbessern. Das war für mich sehr angenehm.

Weiters möchte ich noch den sehr zuvorkommenden Techniker von der CI-Einstellung erwähnen. Was dieser Mann leistet, sollte nicht als selbstverständlich angesehen werden: Nicht nur, dass er sich bei allen CI Systemen, also Advanced Bionics, Cochlear, Medel und Oticon auskennen muss, nein. Er muss auch bei den verschiedenen Einstellungssoftwares sicher agieren können. Angesichts dieser „Mammutleistung“ möchte ich meinen Hut ziehen. Vor allem mit welcher Ruhe und Geduld er versucht, die beste Lösung für die Patienten zu finden, ist schon beeindruckend. Auch die terminliche Flexibilität, welche dieser Mann an den Tag legt – bei technischen Notfällen, usw. – darf nicht unerwähnt bleiben.

Ein weiteres Plus ist die demographische Lage, direkt an einem See/Stadtpark. Dieser lädt zum Laufen und Spazierengehen ein. Auch gibt es in Bad Nauheim und Umgebung sehr viele Möglichkeiten zum Einkaufen und Essengehen, zumal auch Frankfurt und weitere größere Städte sehr nahe liegen. Trotzdem versprüht Bad Nauheim ein familiäres und feines Flair, im Sommer ist es hier sicher noch schöner als im Winter.

Last but not least möchte ich dazu gratulieren, dass in der Median Kaiserbergklinik so viele Menschen arbeiten, die ebenso eine Hörminderung haben oder ein CI tragen. Die Ärzte und das Fachpersonal mit CI geben gerne ihre persönlichen Erfahrungen an die Patienten weiter und das macht die Rehaklinik sehr authentisch.

Ein Wort zu Verpflegung: Das Essen war ok, mehr aber nicht. Aber das habe ich mir erwartet und ich war deswegen nicht enttäuscht. Das Gemüse, welches zu Mittag übrig bleibt, wird oft am nächsten Tag nochmal als Salat angeboten. Das ist legitim und das macht man zu Hause auch. Kulinarische Highlights sollte man sich aber nicht erwarten – wenn man das nicht macht, ist man nachher nicht enttäuscht. Man muss sich immer bewusst sein, dass man sich in einem Rehabilitationszentrum befindet und nicht in einem 4 Sterne Hotel.


Nun möchte ich auch kurz ausführen, was mich in Bad Nauheim gestört hat:

Etappenweise finden und fanden Umbauarbeiten auf den Zimmern statt, und zwar immer am Anfang des Jahres. Nur von Jänner bis Februar wird renoviert, um für den Rest des Jahres ein ruhiges und erholsames Rehazentrum den Patienten gewährleisten zu können. Diese Maßnahmen sollen bis 2019 abgeschlossen sein. (Kleiner #fehrhoert Insidertipp daher: Wenn ihr für 2018 eine Reha in Bad Nauheim plant, am besten diese nach Februar ansetzen)

Leider ging mein Aufenthalt nun genau von Jänner bis Februar und noch dazu hatte ich eines der wenigen alten Zimmer erwischt. Das war wohl Pech. Für mich war aber die Lärm- und Schmutzbelastung schon sehr störend. Auch in Sachen Zimmerkomfort fühlte ich mich gegenüber den anderen Patienten etwas benachteiligt.

Die damalige WLAN-Situation in der MEDIAN Kaiserbergklinik war eine sehr unbefriedigende: So gab es zu meinem Aufenthalt noch kein WLAN auf den Zimmern. Um überhaupt WLAN-Angebot in der Lobby benützen zu können – welches selbst dort nicht fehlerfrei lief – musste man noch einen Extrabetrag bezahlen.

Die Rücksprache mit der Klinikleitung diesbezüglich ergab folgendes:

Im Laufe des Jahres 2017 soll es WLAN auf den Zimmern geben. Als erste MEDIAN-Klinik deutschlandweit wird dies in Bad Nauheim erstmals umgesetzt. Derzeit wolle man sich überlegen, ob man für das momentane WLAN Angebot nicht auf das Entgelt verzichtet – wie das nun schlussendlich entschieden wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

Fazit meines Aufenthaltes in Bad Nauheim:

Es war wichtig für mich, eine Reha zu absolvieren, um mich besser an das CI zu gewöhnen und ich hoffe, dass auch künftige Betroffene eine Reha absolvieren dürfen und können. Das ärztliche Personal in Bad Nauheim ist ebenso hervorragend wie die Fachkräfte, nur das fehlende WLAN ist ein Minus, ebenso wie der Umstand, dass ich mit Renovierungsarbeiten konfrontiert war.

Das Gebäudekomplex ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen und das merkt und sieht man als Patient natürlich. Durch aufwändige Renovierungsarbeiten im Gebäudeinneren versucht man allerdings, dem aktuellen Lebenstandart gerecht zu werden.

In Sachen Hygiene und Sauberkeit kann ich leider keine faire und objektive Bewertung abgeben, da mein Aufenthalt eben in die 2-monatige Etappenbauphase des Hauses fiel. Ich weiß daher nicht, wie der Sauberkeitszustand ist, wenn nicht gebaut wird und “Normalbetrieb” herrscht. Außerdem musste ich auch mit einem der wenigen unrenovierten Zimmer vorlieb nehmen. Dieser Umstand gepaart mit unglückliche Rehabilitationszeitpunkt inmitten der Renovierungsarbeiten trübt daher meinen persönlichen Eindruck etwas. Betreffend Sauberkeit und Hygiene wird sich daher wohl jede/r PatientIn selbst ein Bild machen müssen.

Nichts desto trotz: Wenn diverse Dinge – wie zB die WLan Situation – wie angekündigt behoben werden, hat die MEDIAN Kaiserbergklinik in Bad Nauheim für mich durchaus das Potenzial für eine Top-Rehabilitationseinrichtung. Die meiner Meinung nach tolle demographische Lage der Einrichtung spricht jedenfalls auch für sich.

Unterm Strich verließ ich Bad Nauheim mit neuen Freunden und einem sehr guten Hörerfolg im Gepäck – und darauf kommt es schlussendlich an.

Glücksmomente auf der Blogwerkstatt 4

4
Apr
4
pialeven

Ein richtiger Artikel zur Blogwerkstatt 4 kommt von mir noch! Hier liste ich vorab einfach meine Glücksmomente auf. Alle anderen dürfen gerne in den Kommentaren ergänzen. 🙂

 

 

 

Alle meine Taubsis wieder sehen

Enge Freundschaften wieder beisammen

Neue Leute kennengelernt

BOMBEN Wetter

HAMMER Stimmung

Tiefgreifende Workshops

Snowboarding

Tanzen

Gebärdensprache

Kartoffelpommesmayo

Zusammen Wandern

Tolle Fotos

Tolle Videos

Zusammenhalt

Intensive Gespräche

Mooseralm

Gemeinsam Kreativ sein

Im Bus telefonieren

Zusammen Lachen

Zusammen Musik machen

Und noch vieles mehr…