Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Queer und Hörgeschädigt – na und?

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sandy

Es sind noch Plätze frei. Anmeldefrist ist bis 30. September verlängert

Du bist lesbisch, schwul, bi-, trans-, intersexuell (LSBTI*) bzw. queer und schwerhörig oder gehörlos? Dann bist du auf dieser Seite genau richtig, denn vom 16. – 18. November 2018 veranstalten wir ein Wochenende für alle jungen Leute von 18 bis 30+ Jahren, die „doppelt anders“ sind!

Zum ersten Mal gibt es jetzt ein solches Angebot in Deutschland, das explizit für lesbische, schwule, bi-, trans-, intersexuelle junge Schwerhörige und Gehörlose da ist. Hier trefft ihr für ein Wochenende nicht nur auf schwerhörige junge Menschen sondern auf neue schwerhörige Freundinnen und Freunde, die genauso wie du LSBTIQ* sind!

Ist das der richtige Workshop für mich?

Plakat: Jung? Queer? Hörgeschädigt? / Empowerment-Wochenende für junge LSBTIQ* in Bayreuth / Workshops + Freizeit / Kontakte + Gemeinschaft / Inklusion + Nachtcafé / 16 - 18. November 2018

  • Selbstbewusstsein: bist du dir manchmal unsicher, selbstbewusst dazu zu stehen doppelt „anders“ zu sein?
  • Diskriminierungen: wurdest du schon einmal aufgrund deines Handicaps oder deiner Sexualität diskriminiert, beleidigt oder sogar angegriffen? Willst du wissen, was du tun kannst, um in bestimmten Situationen nicht benachteiligt zu werden, weil du (doppelt) „anders“ bist?
  • Kommunikation: bist du dir manchmal unsicher, wie du mit schwierigen akustischen Situationen umgehen sollst? Dein Gegenüber nimmt keine Rücksicht auf deine Schwerhörigkeit? Du hast dich wegen deines Handicaps nicht getraut, den süßen Typen neulich auf der Party anzusprechen?
  • Du möchtest neue Freund*innen kennenlernen, die nicht nur auch LSBTIQ* sind sondern genauso wie du auch ein Hör-Handicap haben?

Wenn Du auch nur eine der Fragen mit „Ja!“ beantwortet hast, dann bist du auf jeden Fall richtig!

Empowerment: Selbstbewusst zum „Anders sein“ stehen!

© Minka K. Gaber
© Minka K. Gaber

Das Wochenende steht unter dem Motto Empowerment! Deswegen haben wir zwei Expertinnen eingeladen, die sich super ergänzen werden und zusammen mit uns für euch ein spannendes Programm ausgearbeitet haben: Minka K. Gaber aus Berlin und Jana Verheyen aus Hamburg.

Minka ist selbst queer, hat sehr viel Erfahrung in der Durchführung echter Empowerment-Workshops und wird mit uns zusammen Strategien gegen Diskriminierung in Alltag, Schule, Studium und Beruf erarbeiten. Wir wollen, dass ihr selbstbewusst zu eurem Hör-Handicap und eurer Sexualität stehen könnt, weswegen wir auch diesem Thema einen geschützen Raum für Diskussion und Empowerment geben.

Zum Selbstbewusst sein gehört auch eine selbstbewusste Kommunikation – und gerade wir Hörgeschädigte brauchen hierfür die richtigen, schlauen Strategien, um taktisch positiv zu kommunizieren. Deswegen haben wir Jana bei uns im Boot. Sie ist absolute Expertin rund um Kommunikationsstrategien für Hörgeschädigte, z.B.: wie steuere ich Gespräche geschickt? Wie kommuniziere ich mein Handicap taktisch gut? Deswegen wird wird Jana mit uns genau diese Strategien interaktiv erarbeiten, damit wir nicht nur bei Konflikten und schwierigen Hör-Situationen einen kühlen Kopf bewahren, sondern uns beim nächsten Mal auch trauen, den süßen Typen auf der Party anzusprechen! 😉

Jana Verheyen
© Jana Verheyen

Übrigens sind Jana und Minka beide schwerhörig und tragen Hörgeräte – sie kennen die damit verbundenen Schwierigkeiten also nicht nur aus der Außenperspektive sondern wirklich auch aus eigener Erfahrung! 😉

Bevor wir schließlich alle am Sonntag mit vielen neuen Erfahrungen, glücklich und motiviert von Kopf bis Fuß und so manchen neuen Freundschaften im Gepäck nach Hause fahren wollen wir noch ein starkes Signal setzen für eine inklusive, l(i)ebenswerte Gesellschaft ohne Diskriminierung, Hass und LSBTIQ*-Phobie. Wie? Lasst euch überraschen! 🙂

Auch Freizeit, Spaß und Inklusion kommen nicht zu kurz!

Samstag Abend haben wir zusammen mit dem AK Queer- und Genderpolitik der Uni Bayreuth für euch etwas ganz besonderes vorbereitet: ein inklusives queeres Nachtcafé! Im Glashaus auf dem Campus trefft ihr auf andere junge queere Menschen mit und ohne Handicap: nach einem gemeinsamen kurzweiligen Kennenlernprogramm habt ihr Zeit zum entspannten Austausch, Plaudern und Netzwerken.

© AK Queer Bayreuth

Im Laufe des Abends werden wir schließlich Tische und Stühle wegräumen und für gute Musik sorgen: lasst uns zusammmen abzappeln und Party machen! Und weil wir Inklusion auch wirklich leben wollen, laden wir dazu alle in Bayreuth und darüber hinaus ein, die kommen möchten – ganz egal, ob LSBTIQ* oder hetero, ob mit oder ohne Handicap, ob mit A und B oder ohne C, denn jeder Mensch ist auf seine Weise anders. Lasst uns alle zusammen feiern, denn „Anders ist normal“ und „Anders sein vereint!“ 😉

Unterkunft, Hör-Inklusion und Kosten

Zimmer in der Jugendherberge Bayreuth
© Jugendherberge Bayreuth

Die einzige Inklusions-Jugendherberge Bayerns in Bayreuth bietet uns während des Workshops ein Dach über dem Kopf, Vollpensionvon Freitag abend bis Sonntag mittag und einen großen Tagungsraum mit eingebauter Induktionsschleife, so dass ihr die Stimme des jeweiligen Sprechers direkt über die T-Spule eures Hörgeräts oder CIs hören könnt! Zusätzlich gibt es während des gesamten Wochenendes Schriftdolmetscher*innen, die alles Gesagte während der Workshops direkt auf Leinwand in Schriftsprache dolmetschen!

Die Veranstaltung beginnt am Freitag um 18:00 Uhr mit dem Abendessen und endet am Sonntag nach dem Mittagessen um 13:30 Uhr.

Die Kosten für das gesamte Wochenende betragen pro Teilnehmer*in 100 Euro. Für Mitglieder ermäßigt nur 85 Euro!

Wir bezahlen eure Fahrtkosten!

Das Wochenende richtet sich explizit an alle hörgeschädigten Interessierten im deutschsprachigen Raum! Wir erstatten euch deshalb eure Fahrtkosten mit der Bahn (2. Klasse) bis zu einer Höhe von 80 Euro!

Jetzt anmelden!

Anmeldeschluss ist am Freitag, den 31. August 2018!

Unterstützer und Förderer

Die Durchführung dieser Veranstaltung wird ermöglicht durch:
Logo der Adalbert-Raps-Stiftung
Logo Hannchen-Mehrzweck-Stiftung
Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"
Logo Bezirk Oberfranken

MOTIVATION – EINE KUNSTFORM, DIE DICH BEFREIT?

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10
sandy

Es sind noch Plätze frei. Anmeldefrist ist bis 28. September verlängert

Egal ob mit AusbildungStudiumBerufseinstieg oder Arbeit – wir jungen Hörgeschädigten stehen im Gegensatz zu Normalhörenden vor besonderen Herausforderungen. Wer kennt die Problematik nicht? Vielleicht stellst du dir öfters folgende Fragen:

  • Bin ich den Anforderungen gewachsen, die an mich gestellt werden?
  • Teile ich meine Zeit effektiv ein?
  • Manage ich schwierige Situationen gut?
  • Wie gehe ich mit dem Hörstress um?

Als ob dies nicht schon genug Herausforderungen wären, so stellt sich unsereins die Frage:

„Wie kann ich mich motivieren, wenn ich auf Hürden stoße, die durch mein Handicap größer zu sein scheinen als für Normalhörende?“

Aus diesem Anlass bietet HörEnswert e.V. einen Workshop gemeinsam mit Motivationsreferent und Weltrekordler Chris Ley. Lass dich von seinem YouTube-Video inspirieren: Das Video wird mit Untertitel angezeigt! Dazu musst du die Untertitel-Funktion aktivieren.

Bei diesem Seminar lernst du gegen die Energieräuber zu steuern und positive, motivierende Bewältigungsstrategien anzuwenden um die Alltagssituation zu entlasten und deine persönlich zur Verfügung stehende Ressourcen möglichst gut und effizient zu nutzen, aber sich dabei nicht zu überfordern.

Motivationstrainer Chris Ley (Bild: ©Chris Ley)

Empowerment: Motiviere dich selbst!

„Mit Selbstmotivation kannst du deine Ziele erreichen!“

Ein ganz zentraler Aspekt des Workshop wird dabei für dich sein: die eigene Motivation zu finden, zu lernen für dich selbst einzustehen, die eigenen Ziele zu erreichen und auch bei Widerständen und Hürden nicht aufzugeben, sondern im Gegenteil, dich selbst nachhaltig zu motivieren!

Location, Hör-Inklusion und Kosten

Der Workshop wird vom 5.-7. Oktober 2018 im Jugendbildungshaus am Knock in Teuschnitz im wunderschönen Frankenwald stattfinden. Damit es dir rund um den Empowermentworkshop auch wirklich an nichts mangelt, haben wir für dich alles erdenkliche organisiert. Mit Vollpension sorgen wir dafür, dass du stets volle Energiespeicher hast, um beim Workshop alles geben zu können und möglichst viel mit zu nehmen. Zusätzlich haben wir  im Sinne der Barrierefreiheit Schriftdolmetscher*innen organisiert, die zusätzlich zu einer FM-Anlage dafür sorgen, dass das gesprochene Wort während des Workshops direkt live auf die Leinwand in Schriftsprache gedolmetscht wird.

Du fragst dich, was mag das kosten? Motivationsredner sind nicht günstig – ja – aber Dank Fördergeber, die wir für diesen Workshop gewinnen konnten, entsteht für dich lediglich ein Unkostenbeitrag von 80 € für Mitglieder und 100 € für Nichtmitglieder. Darin ist der Motivationsworkshop inklusive Unterkunft und Verpflegung für das gesamte Wochenende enthalten. Zusätzlich könnt ihr eure Fahrtkosten mit der Bahn (2. Klasse) bis zu einer Höhe von 80 € bezuschussenlassen!

Das Wochenende richtet sich an alle Hörgeschädigte im deutschsprachigen Raum!

JETZT ANMELDEN!

 

Das wichtigste in Kürze:

Wo findet das statt?
Jugendhaus am Knock
Dr. Karl Braun Straße 1
96358 Teuschnitz

Um wieviel Uhr beginnt und endet die Veranstaltung?
Am Freitag ist Anreise ab 17 Uhr möglich. Abendessen gibt es dann um 18:30 Uhr. Der erste Workshopteil beginnt am Samstag vormittag. Der letzte Teil endet am Sonntag um 12 Uhr, wo wir im Anschluss gemeinsam noch Mittagessen. Anschließend findet die Heimreise statt.

Komme ich mit dem Zug hin?
Mit dem Zug fährst du bis zur Station Steinbach am Wald (RE-Halt aus Richtung Nürnberg, Bamberg und Jena).
Dort wird es einen Shuttle-Service geben, der dich abholt und direkt zum Jugendhaus bringt. Am Abreisetag bringt dich der Shuttle-Service selbstverständlich wieder zum Bahnhof. Und: wir bezahlen deine Fahrtkosten bis 80 Euro! 🙂

Wie sieht es mit der Barrierefreiheit aus?
Unser Workshop wird durch zwei Schriftdolmetscher unterstützt.
Dazu haben wir auch eine Gruppen-FM-Anlage mit Induktionsspule (Fernbedienung für dein CI nicht vergessen! 😉 ).

Was kostet es?
80,- €  Mitglieder
100,- € Nichtmitglieder

Die Kosten beinhalten Unterkunft und Vollpension.

Wann ist Anmeldeschluss?
Anmeldeschluss ist Freitag, der 31. August 28. September.

Wer ermöglicht uns dieses Seminar?
Dieses Seminar wird gefördert durch die gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbände in Bayern. Auch Aktion Mensch unterstützt mit seiner Förderung diese Veranstaltung. Wir danken uns für die Unterstützung! Ohne deren Förderung wäre diese einzigartige Veranstaltung nicht möglich.

Logo der Aktion Mensch.

Sind CIs so cool wie Wakeborden?

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Katja

Letztens war ich mit meinen normalhörenden Freunden Wasserskifahren in diesem Jahrhundertsommer. Leichte Abendbrise. Am Rand der Anlage sitzen Menschen und schauen zu, wie Wakeboarder und Wasserskifahrer ihre Künste zu Wasser erproben, ihre Grenzen ausprobieren, Pirouetten durch die Lüfte drehen und so mancheiner einfach mit einem lauten Platsch im Wasser landet 🙂

Und na klar sind auch ein paar Kids dabei, die einige von den Erwachsenen um mehrere Nasenlängen an Wendigkeit und Geschick voraus sind.

Während ich in den Schlange stehe, sehe ich dass eines der Kinder, das gerade Pause macht plötzlich CIs trägt. Na, Mensch!

Nach ein bisschen Hin und Herüberlegen, soll ich es ansprechen oder nicht, bin ich schließlich hin und habe das Kind angesprochen. „Findest du Wakeboarden auch so cool wie CIs?“ Leicht irritiert schauten mich die Kinderaugen an, um mich gleich zu fragen: „Wieso? Haben Sie auch CIs?“ Zum Beweis zog ich mein Sportstirnband ab, mit dem ich mein CI in seiner Wasserschutzhülle während auf dem Wasser an Ort und Stelle halte. Und dann sagte er voller Stolz: „Das ist schon toll, dass es so eine tolle Entwicklung gibt. Können Sie auch Gebärdensprache?“ Dann haben wir mit unseren Händen unsere Namen buchstabiert und noch ein bisschen über Schule geredet und uns noch viel Spaß gewünscht.

Ach, wie cool.

So drehte ich noch weiter meine Runden auf meinen Brettern. Als die Sonne sich langsam dem Horizont und den Bäumen näherte und ich für die letzte Runde in der Schlange stand, tippte mich jemand am Arm an. Ich drehte mich um, das Kind grinste mich an und fragte mich, ob ich noch höre. Ja, antwortete ich. Das Kind: „Ich gebe dir mal einen Tipp! Nimm mal das CI ab und fahre so. Dann kannst du dich besser konzentrieren und du fährst noch besser!“ Gesagt getan! Der Start gelang, und das Schönste war die Stille in Freude bei untergehender Sonne zu genießen!

Ideen für ein Projekt? Aber noch unsicher?

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Hallo alle miteinander,

hier kommt was für alle, die eine Projektidee haben, aber noch nicht sicher sind, ob die Idee wirklich gut ist und für ein Projekt taugt. Oder die, die sicher sind, dass die Idee zu einem genialen Projekt werden kann – aber wie? Ein Stipendium kann Euch helfen, all diese Fragen und noch mehr zu beantworten. Nähere Infos gibt es bei https://www.civil-academy.de/ oder in der kopierten mail unten. Angeboten wird eine gratis-Fortbildung in Sachen Projektmanagement, Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Reisekosten werden erstattet!

Also bewerbt Euch! Wenn Ihr Hilfe braucht, wendet Euch an Eure RVs oder an uns in der Geschäftsstelle!

Viel Erfolg! – Barbara

Und hier kommt die mail mit den Details:

unser Auswahlgremium hat letzte Woche getagt und wieder tolle Projektideen für eine Förderung ausgewählt, aber nicht alle Plätze vergeben. Es gibt noch vier Stipendienplätze für junge Menschen zwischen 18 und 29, die eine Idee für ein gemeinnütziges Projekt ehrenamtlich umsetzen wollen. Die Idee kann auch noch ganz am Anfang stehen. Wir bieten an drei Wochenendseminaren professionelles Know-how, Inspiration und Austausch mit Gleichgesinnten, damit aus der Idee ein gutes Projekt wird.

Bewerben kann man sich noch bis zum 12. August! Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

Seit 2005 wurden durch die Civil Academy mehr als 600 junge Menschen dabei unterstützt, ihre Projekte im In- und Ausland erfolgreich umzusetzen.

 

Wir bitten Sie, die Information in Ihren Medien zu aktualisieren und/oder unseren Post auf Facebook zu teilen.

Ausführliche Informationen zum Programm, zu den Seminarterminen und zur Bewerbung finden Sie auf unserer Webseite www.civil-academy.de und im Bewerbungsleitfaden.

 

Herzlichen Dank!

https://www.civil-academy.de/mitmachen/bewerbungsformular/

 

Das Team der Civil Academy

 

Civil Academy

 

c/o Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
BBE Geschäftsstelle gemeinnützige GmbH

Michaelkirchstraße 17/18

10179 Berlin

 

Tel:  +49 30 62980 – 117

Fax: +49 30 62980 – 151

Familientreffen der besonderen Art #BW6

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Mrz
26
Norma

Bald ist Ostern. Ostern ist ein Familienfest, so wie Weihnachten und Geburtstage. Die ganze Familie kommt zusammen und feiert. Oder auch nur ein Teil.

Dann gibt es da noch die Blogwerkstatt. Jede Blogwerkstatt ist ein Familientreffen auf einem ganz anderen Level. Zahlreiche junge Erwachsene mit Hörschädigung begegnen sich und sofort ist das familiäre Gefühl da! Das Vertrauen füreinander, keine Scheu vor Nähe!

Die Blogwerkstatt VI fand erneut in St. Jakob in Defereggen statt. Auf dem Tagesprogramm standen Skifahren und anschließend Workshops rund um Öffentlichkeitsarbeit. Trotz straffem Tagesablauf und teilweise wenig Schlaf (zumindest für die, die bis in die späten Stunden schnackten und spielten) strotzten wir immer vor Energie – sowohl auf der Piste als auch in der Arbeitsgruppe.

Wie schon zuvor in Kassel und Frankfurt erlebte ich ein großartiges Gefühl in der Gemeinschaft. Wir helfen einander. Wir vertrauen einander. Wir machen einander stark. Zusammen sind wir einfach unschlagbar! Nirgendwo sonst habe ich so viele Umarmungen in so kurzer Zeit erhalten – besonders nicht mit Leuten, die ich erst seit ein paar Stunden oder Tage kenne! Diese Art von Nähe ist nicht selbstverständlich, aber hier gibt es sie.

Was war noch?

Wetter war klasse! Nur anfangs gab es Nebel auf den höher gelegenen Pisten, ansonsten viel Sonnenschein, wie es sich gehört.

Statt Après-Ski gab es teilweise leckere Heißgetränke oder auch kühle Drinks im Café zwischen Herberge und Seminarraum. Man wollte ja wachbleiben für die Workshops.

Uuuund es wird noch ganz tolle Produkte geben, wie etwa ein ganz besonderes Drohnen-Video… mehr verrate ich hier nicht! ;P

Ach ja, die traditionelle Nacktabfahrt durfte natürlich auch nicht fehlen! 😉

Das schönste Geschenk am Ende dieser Familienfeier war die Nachricht: Wir kehren 2019 zurück nach St. Jakob!

Hinter den Ohren unter die Haut!

2
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22
Norma

Eine kleine Berichterstattung für all jene, die nicht beim Fotoworkshop dabei waren, aber gerne etwas darüber erfahren möchten.

Am Freitag, 16. Februar 2018, sind wir nachmittags alle nach und nach im Hotel in Frankfurt eingetrudelt, haben eingecheckt und die Koffer aufs Zimmer gebracht, bevor es zum Seminarraum ging. Hier wurden wir von Oliver begrüßt und über den weiteren Verlauf des Wochenendes informiert. Des Weiteren wurden die Lebensgeschichten der fünf Models kurz vorgestellt. Für diese sollten wir am darauffolgenden Tag in einem professionellen Fotostudio mit dem den meisten von uns bereits bekannten Profifotografen Christian Borth (#CSH123, anyone?) passende Schnappschüsse machen.

Witzigerweise war parallel in einem benachbarten Seminarraum eine andere Veranstaltung der DCIG: ein Workshop für Eltern mit hörgeschädigtem Kind. Wir trafen dort Barbara und haben uns und unsere Junge Selbsthilfe spontan kurz den anwesenden Eltern vorgestellt. Dadurch können sie sich vielleicht ein Bild von der glorreichen Zukunft ihrer Töchter und Söhne in der besten Community überhaupt machen. 🙂

Zu Abend gab es dann typisch hessisch Speis und Trank, z. B. Frankfurter Schnitzel mit grüner Soße, Handkäs-Salat und Apfelwein. Zu guter Letzt wurde noch im Hotelzimmer 402 der 30. Geburtstag von Ole reingefeiert – wie es sich gehört mit Sekt, Musik und Tanz!

Am Samstag ging es nach einem ordentlichen Hotelfrühstück zum Fotostudio. Hier wurden wir von Christian Borth in die höhere Kunst der Fotografie und Ausstattung eingewiesen. Dazu gehörte der Aufbau der drei Sets und ganz besonders wichtig: die richtige Belichtung! Während wir Christian durchs Studio folgten und aufmerksam seinen Erklärungen zu den Kameraeinstellungen per Induktionsschleife lauschten, wurden die fünf Models von einer Stylistin und einer Kostümbildnerin mit Make-up und Garderobe kameragerecht aufgepeppt.

Schließlich wurden bis in den Abend hinein bestimmt tausende Fotos mit verschiedensten Posen und Perspektiven geknipst.  Wir bildeten drei Teams, die regelmäßig die Sets austauschten, damit wir jedes einzelne austesten konnte. Es war sehr interessant und ich glaube, viele von uns haben an dem Tag einiges dazu gelernt. Vielleicht gibt es sogar jemanden, der sich jetzt durch diese Erfahrung zum Hobbyfotografen entwickelt? Oder die, die es bereits sind, sind jetzt noch vertrauter mit den Möglichkeiten der Kameraeinstellungen.

Der Tisch wurde zum Abend wieder mit Frankfurter Spezialitäten gedeckt. Erschöpft, aber glücklich und um einiges schlauer, tauschten wir uns beim Essen über den Tag aus und genossen die Gesellschaft.

Sonntag haben wir nach dem Frühstück im hoteleigenen Seminarraum gemeinsam Ideen für die Veröffentlichung der fünf Stories samt Fotos erarbeitet. Wir durften auch schon eine Auswahl der Bilder vom Vortag einsehen und waren richtig begeistert von den kleinen Meisterwerken!

Ihr dürft gespannt sein auf die Veröffentlichung in der „Schnecke“! Ich werde hier nicht spoilern. Nur so viel sei gesagt: Es sind fünf tolle Models mit spannenden Stories, die sich um den Alltag mit CI (und ohne CI) drehen!

Ich finde, wir können stolz auf unser Werk sein! 🙂

Das Beitragsfoto hat übrigens unser top Assi-Assi Andi gemacht.

Vom Zauber des Zuhörens…

2
Jan
18
madeleine

“Momo konnte so zuhören, dass den Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen . Nicht etwa weil sie etwas sagte oder fragte, nein sie saß einfach nur da und hörte einfach zu mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme”

Diesen Ausschnitt aus Michael Ende’s Bestseller Momo lese ich besonders gerne..

Gut zuhören können, ist eine Fähigkeit die in unserer Gesellschaft leider nicht mehr viele beherrschen, selbst unter den “Guthörenden”.

Ich denke da an die Zeit zurück in der ich noch etwas besser hörte, Gespräche liefen da mal so “nebenbei”, die kurze Unterhaltung beim Bäcker oder die Bestellung im Café, es war eben selbstverständlich.

Heute höre ich häufig Sätze wie: “ du bist so ein toller Gesprächspartner”, oder “mit dir unterhalte ich mich so gerne” und ja, ich führe wahnsinnig gerne Gespräche mit anderen Menschen, auch wenn ich häufig eher der passive Part dabei bin – mag aber auch daran liegen, dass sich einige Menschen wohl aber auch selbst gerne reden hören.?

Dennoch, in einer Unterhaltung muss ich meinem Gesprächspartner die volle Aufmerksamkeit schenken um ihm auch Wort für Wort folgen zu können, dazu benötige ich ausreichend Licht und häufig auch das Mundbild. Dem Gesprächspartner aufmerksam ins Gesicht zu sehen ist für mich und andere schwerhörige selbstverständlich, bei den “Guthörenden” ist das mit ein Grund dies auch als Wertschätzung ihrer Person anzusehen. Die Vielfältigkeit der menschlichen Stimme die unterschiedlichen Klänge und Dialekte all dass was es für uns oft schwer macht Gespräche zu verstehen, all das macht eben auch den Zauber des Zuhörens aus ..

Ich bin froh, dass ich diesen Zauber dank Cochlea Implantat und Hörgerät nicht verloren habe und eines Tages vielleicht doch zuhören kann wie Momo … Weiterlesen

Schnipp, schnapp! CI ab!

4
Dez
20
Norma

Nein, nein, natürlich andersherum! Erst kommen die Hörprothesen ab, dann darf es “Schnipp, schnapp” heißen. 🙂


Selbst einem Cyborg wachsen unerbitterlich die Haare und er muss dann und wann mal den Gang zum Friseur antreten. Davon bleibt keiner verschont.

Aus Sicherheitsgründen lege ich beide CIs ab, bevor sich die Friseurin über meine Mähne hermachen darf. Zum einen weil die Haare gewaschen werden und die Geräte ja nicht unter Wasser dürfen. Zum anderen weil ich sonst beim Haareschneiden immer fürchten muss, dass im mehr oder weniger blinden Eifer das Kabel der Spule durchgetrennt werden könnte. Horrorvorstellung! Also lieber ab mit den Geräten und den Stummfilm genießen.

Ja, nun, wie ist das denn eigentlich, wenn man gehörlos auf dem Stuhl sitzt und einem die Haare gestutzt werden? Ich kann es euch sagen. Schließlich kenne ich es nicht anders. Wenn ich einen neuen Friseur habe, informiere ich ihn vorher über meine für ihn vermutlich ungewöhnliche Situation. Das heißt eigentlich, ich warne ihn. 😉 Sobald meine CI’s abgelegt sind, kann ich mich nicht ohne Weiteres mit ihm unterhalten. Also besser vorher den Haarschnitt klären.

Üblicherweise habe ich immer die gleiche Friseurin, mit der ich wortlos auskomme. Sobald ich mich ihren geschickten Händen übergebe, stöpsele ich mich von der Welt ab. Ich nehme den Trubel um mich herum nun nur noch lautlos wahr. Höre kein Geschnatter und keinen Haartrockner. Meist drifte ich in Gedanken ab, fixiere dabei Gegenstände im Blickfeld wie etwa Gemälde oder beobachte Leute im Spiegel. Hin und wieder habe ich Blickkontakt mit meiner Friseurin und wir lächeln uns zu (oder eher:  grinsen dämlich). 😀

Bei mir haben die Friseure keine richtige Kommunikation mit dem Kunden. Früher hatte ich deswegen immer ein schlechtes Gewissen, da ich davon ausging, dass denen ohne Gespräch langweilig wird. Ich bin deswegen sogar eine ganze Zeit lang bevorzugt zusammen mit meinem Vater zu seinem Friseur gegangen. Dann konnte sich mein Vaddern mit ihm unterhalten, während er uns nacheinander bearbeitete. Andernfalls hätte ich mich verantwortlich gefühlt, mit ihm zu schnacken. Denn vielleicht gehört die Plauderei ja zum Job?! Möglicherweise nehmen sich die Hairstylisten selber wie Entertainer oder freiwillige Therapeuten wahr und haben das Gefühl, ihren Job nicht richtig zu machen, wenn man sich nur stumpf anschweigt und ab und zu im Spiegel anguckt. Ich weiß es nicht. Vielleicht sollte ich meine Friseurin einfach mal fragen?


Originalbeitrag auf meinem Blog *klick*

Sprich mit mir: Glücksmomente unter Hörenden

1
Nov
19
laurahaertel

An diesem Wochenende bin ich zum ersten Mal nach längerer Zeit mal wieder an der Uni. Anlass ist eine Konferenz, die jedes Jahr von den Studierenden meines Fachs organisiert wird. Dieses Jahr war jedoch der nachfolgende Jahrgang mit der Orga betraut, sodass schon im Vorwege klar war, dass ich kaum jemanden kennen würde. Und vor allem – Die kennen mich noch nicht! Und damit auch meine FM-Anlage nicht… Gefühlsmäßig noch auf der letztes Blogwerkstatt und somit im Schlaraffenland der wunderbaren Kommunikation, hatte ich also ein bisschen Bammel vor diesem Wochenende. Zu meiner Erleichterung werden ich und meine Mikros (Yeah, wir bilden so ne Art unzertrennliche Einheit an der Uni :-D) selbstverständlich in die Gruppe aufgenommen.

In der Mittagspause passiert es dann: Ich sitze mit drei anderen am Esstisch, unterhalte mich vornehmlich mit einen bekannten Kommilitonen und „oute“ mich den anderen gegenüber nicht. Als wir aufbrechen wollen und ich meinen Rucksack unter dem Tisch hervorziehe, fällt einer der „Ich bin taub, sprich mit mir“-Button daran auf. Prompt kommt die Frage, die Hörende dann fast immer stellen: „Kannst du auch Gebärdensprache?“ Mit einen Unterschied zu sonst: Sie wird in Gebärden gestellt! Ich bin erst mal baff. Dann kommen wir schnell ins Gespräch über das Wieso und Woher. Plötzlich sind es die Anderen, Hörenden, die auf einmal daneben stehen und uns nicht folgen können. Mehr im Scherz als ernsthaft meine ich zu meiner Gesprächspartnerin, wir könnten ja am Abend beim Open Space einen Gebärdenkurs anbieten. Wir grinsen uns an. Juhu, eine Verbündete!

Der Nachmittag vergeht und am Abend kommen alle zusammen, um Pläne für den Open Space-Abend zu schmieden. Im Angebot sind unter anderem Improtheater, Tauchabenteuer und weiblicher Orgasmus (fragt lieber nicht…). Das reicht dem Orgateam jedoch noch nicht. Da gebärdet mich meine neue Bekannte aus der Mittagspause an: „Wollen wir?“ Ich grinse und gebärde “Ja”. „Wir machen einen Gebärdensprachkurs. Wer Lust hat…“ Ernsthaft rechne ich nicht mit großen Interesse. Abends um neun nach einen anstrengenden Tag noch Sprachkurs? Und außerdem: Ist das nicht viel „exotisch“? Ich befinde mich unter lauter „Weltrettern“, es soll hier eigentlich vor allem um Nachhaltigkeit gehen. Interessiert die das?

Aber als wir in den Raum kommen, sind ca. 15 Leute da. Mit ersthaften Interesse und voll motiviert. Und wir improvisieren einfach. Erzählen erstmal ein bisschen Allgemeines zu DGS und LBG, zeigen ein Gebärdenmusikvideo und bringen den Teilnehmern das Fingeralphabet bei, sodass bald alle stolz ihren Namen fingern. Aber vor allem kommen wir ins Gespräch: Übers Hören und Nicht-Hören, über das (Uni-)Leben mit Hörschädigung, über die liebe Technik, über das CIs… Ich bin baff, wie viel Interesse, Neugier und Wissen-Wollen mir entgegenschlägt!

An diesem Abend passierte genau das, was auf meinen Rucksack prangt: Ich bin taub, sprich mit mir. Diese Aufforderung zum Gespräch, zum Kennenlernen und Nachfragen wurde hier so begeistert aufgegriffen wie selten.

Danke für den coolen Button! 😀

 

Knotenlöser

1
Nov
5
Katja

Emotionen mit dem Körper erleben und sichtbar werden lassen. Tanztheater. Singen, auch wenn wir glauben, nicht singen zu können. Theatertanz. Die Macht der Stimmen ziehen mit, lassen Gänsehaut die Arme hochwandern. Tanztheater. Alle tanzen gemeinsam, alle schauen in den Spiegel. Theatertanz. Und doch ist auch Zeit, für sich alleine. Bewegung fließen lassen, hören wie ich atme, völlig frei ohne Blockaden und ohne sich komisch zu fühlen, jeder ganz bei sich selbst und dann fällt es mir leichter. Tanz.

Nicht nachdenken, welche Bewegung ich als nächstes mache, sondern einfach dem Körper freien Lauf lassen. Und plötzlich traue ich mich, plötzlich entweicht meinen Lippen ein Ton und ja, ich höre mich selbst. Wir hören uns selbst. Ich schaue den anderen an, fange Bewegungen von ihm auf, überwinde mich, lasse mich auf ihn ein. Ein ganz feines Beobachten, um jede Chance zu ergreifen. Kein Suchen nach Chancen, sondern ein Wahrnehmen von ihnen. Es fühlt sich gut an und auf einmal bin ich überrascht. Da, da kommt die nächste Bewegung, sie bahnt sich an. Ausprobieren, es gucken alle…

… und doch schaut keiner, denn ich bin bei mir.

Ein Vertrauen schwebt in der Luft, wir sind getragen und geborgen. Gegenseitiger Respekt stärkt uns und lässt uns wachsen.

Hier eine Ecke des Tanzraumes, die entdeckt werden will, dort ein ganzer Raum, wir ziehen Kreise, laufen Schulter an Schulter, berühren uns, kommen uns näher, da entsteht etwas, da bewegt sich etwas, da rührt sich was. Und das nicht nur einmal im Raum, nein, die Begegnungen entstehen immer wieder neu und immer wieder mit anderen Menschen aus der Gruppe. Ein Blick wird aufgefangen, die Augen sagen Ja, die Körper nähern sich, steigen übereinander, Rücken an Rücken, ist der Boden oben oder unten? Ja, ich vertraue.

… und doch schaut keiner, denn ich bin bei mir.

Man verliert das Gefühl für Raum und Zeit. Ich bin ich. Im Hier und jetzt. Eine Atmosphäre, in der man sich traut zu sein, in der alle sind und ich bin. Wo ich mich in dem Moment verliere, wo ich mich meinen Ängsten stelle und mich konfrontiere. Ein Trommeln der Hände macht die Musik. Die eine Hälfte gibt den Rhythmus vor, wir lauschen, folgen und vertrauen Gruppe. Niemand weißt was in fünf Minuten sein wird, einfach treiben lassen und das aktiv, nicht das Ergebnis zählt, sondern das Gefühl und die Momente, die dabei entstehen.

Fokus gibt Intensität.

Pausen zum richtigen Zeitpunkt verändern den Klang. Sätze in Sprechchören erfüllen den Raum, Bewegungen unterstreichen das Gesagte, lassen es authentisch wirken. Die Stimmen tragen und stärken und plötzlich ist da Gänsehaut.

Aus einem Satz, der auf Papier steht, wird ein gesprochenes Wort, aus dem Wort ein Satz, aus dem Satz eine Betonung, aus der Betonung eine Bedeutung und plötzlich ist er da. Da Satz mit Leben gefüllt, nicht länger nur schwarze Tinte, sondern ein Klang mit Gefühl. Deine Welt, dein Zugang zum Gegenüber. Ein Aktionsraum nimmt Form an, er wird lebendig und füllt die Erinnerung.

Das DU gehört zum WIR!