Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Krimi der anderen Art

11
Jan
19
damian

Erkundigt sich der Staatsanwalt:” Warum sind Sie denn in ein parkendes Auto eingebrochen?”

“Dumme Frage”, antwortet der Angeklagte,” weil ich nicht schnell genug bin, um in fahrende Autos einzubrechen”

Am Wochenende wurde in meinen Wagen eingebrochen. Baujahr 1990. Nur das Navi wurde geklaut. Unter dem Lenker die Kabel raus gerissen. Ausgerechnet das Kabel, welches man zum Starten braucht. Was die wohl mit so einem alten Wagen wollten – eine kleine Spritztour?

Viel Spaß dürften sie damit nicht gehabt haben. Bei der Kälte ist die Batterie so überfordert, dass ich 6 Versuche brauche, bis mein Auto startet 😉 …weit wären die Einbrecher nicht gekommen.

Nunja zum eigentlichen Thema: Jedesmal wenn ich mit der Polizei quatsche und öfters nachfragen muss, werden sie zunehmend misstrauischer. Auch wenn ich die darauf hinweise, dass ich nix höre. Gibt man falsche oder ungenaue Antworten, die nicht so auf die Frage passen, könnte die Polizei doch denken, man habe etwas zu verbergen.

War zumindest damals an Silvester so, als ich auf Waffen und Drogen kontrolliert wurde und dabei, wegen der Kopfhörer, mein Hörgerät draußen hatte. Auf die Frage, ob ich Gras dabei hätte, hatte ich dreimal “Was?” gefragt.
Die Augen der Polizisten wurden immer dünner und misstrauischer. Als ich sie kurz unterbrach und mein Hörgerät aus der Tasche holte, erhellten sich die Gesichter der beiden Polizisten schlagartig. Mit breitem Grinsen sagten die beiden nochmal übermäßig deutlich und laut, ob ich Marihuana dabei hätte. Die umstehenden Passanten guckten dann natürlich sehr neugierig. Ich verneinte, da ich nichts dabei hatte und sie ließen mich weiterziehen.

Durfte auf jeden Fall bei der Kriminalpolizei viele Fragen beantworten heute.

Ich hatte schon mal überlegt beim Polizeipräsidium anzurufen, um eine kostenlose Mitarbeiter Schulung durchzuführen, wie ich es beim Flughafen München schon einmal getan habe. Ob das weiterhelfen könnte? Es würde vielleicht erheblichen Stress vermeiden, wenn die eine Art Verhaltenskodex hätten für uns Hörgeschädigte.

Ich bin auf jedenfall gespannt, wenn ich nächstes Semester Polizeirecht im Stundenplan habe. Vielleicht versteh ich dann mehr über die Denkweise der Polizei.

 

Wo?... Da!...Ja wo?... Dahaa!... achso da?!
11 Antworten
  1. jessi | Redakteur sagte am 24. Januar 2016

    diese schulung hätten einige berufsbilder notwendig. hatte an meiner uni schon angeboten mal ne vorlesung für dozenten zu halten, was sie bei uns beachten müssen^^ ich finde auch wir sollte noch viel mehr die köpfe mit anders behinderten leuten zusammenstecken, wir könnten uns sogar gegenseitig helfen. diese abtrennung von behinderten untereinander oder v.a. von hörgeschädigten von hörenden ist leider immer noch viel zu häufig.

  2. Franziska | Redakteur sagte am 23. Januar 2016

    Da sollte wirklich mal eine Schulung oder so etwas statt finden.
    Ich wurde vor kurzem in der Nach kontroliert. Gar nicht so einfach denen klar zumachen, das sie mir nicht dauernd ins Gesicht leuchten solllen, und ich das Mundbild brauche um alles zuverstehen.

  3. Passt: hatte letzte Woche in Berlin ein 3stündiges Polizeiseminar mitgemacht. Die Referenten (beide Hauptkommissare) hatten mit mir ihre erste Begegnung mit Hörschädigung :-p

  4. Trin | Redakteur sagte am 20. Januar 2016

    Dann wird es höchste Zeit, ein neues Fach in der Ausbildung (für alle Branchen) in den Lehrplan aufzunehmen z.B. “Unterscheidung der Behinderungen und Umgang mit Behinderten”.

    …und dann hätten wir noch die Geschichte von @Oliver. 😀

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