Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Auf der Mauer, auf der Lauer…

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Freitag, 27.September, 18:00 Uhr; eine Jugendherberge in Kaub am Mittelrhein. Nach und nach füllte sich der Seminarraum “Stadt Kaub”. Grund für dieses Zusammentreffen ist die Blogwerkstatt der DCIG in ihrer 9. Auflage mit dem Thema >> Inklusive JULEICA <<. Innerhalb einer Woche wurden uns die Inhalte und rechtlichen Grundlagen im Bereich der Jugendarbeit vermittelt. Das Besondere daran war, dass unsere Ausbildung zum Jugendleiter speziell auf hörgeschädigte Kinder und Jugendliche bezogen war. Unser Referent Andreas Beier hat uns auf wunderbare Art durch die verschiedenenThemenbereiche geführt. Wir lernten beispielsweise an uns selbst die verschiedenen Gruppenphasen kennen, die es auch typischerweise in jeder Kinder- und Jugendgruppe gibt. Die Herausforderung des Gruppenleiters ist dabei die einzelnen Phasen (ein)zuleiten, wie z.B die Kennenlernphase, Phasen zu erkennen und, nur falls notwendig, darauf zu reagieren. Hier ist uns allen sehr bewusst geworden, dass es viele verschiedene Lösungen gibt und man unter Umständen blitzschnell eine Entscheidung treffen muss. Morgens zu Beginn, aber auch mittags und zwischendurch als Refresher, gab es Bewegungs- oder Konzentrationsspiele, die uns entweder von unserem Referenten oder einem der Teilnehmer vorgestellt wurden. Was im ersten Moment wie Lockerungsübungen wirkte, war in Wirklichkeit ein Teil des Seminars, denn als Jugendleiter muss man jederzeit ein passendes Spiel parat haben, das nicht nur Spaß macht und die Müdigkeit vertreibt, sondern auch einen tieferen, pädagogischen Zweck erfüllt. Andreas teilte daher seine Schier unerschöpfliche Schatzkiste an Gruppenspielen mit uns: Von “Esel-Palme-Elefant” aka “Kotzendes Känguru” über die Schnick-Schnack-Schnuck-Variante “Riese-Zauberer-Zwerg” oder “Jing-Jang-Wusch”. Und wenn dann bei “StillerPost” ausschließlich mit Lippenlesen aus >Sonnenschein -> Klo-Roulette< wird, lagen wir uns lachend in den Armen. Diese Spiele haben wir nicht nur ausgiebig am eigenen Leib getestet, sondern auch ausführlich über die Möglichkeiten und Einsatzgebiete diskutiert. Um unsere Spontanität gleich unter Beweis zu stellen organisierten 3 Teilnehmer für den Rest der Gruppe in nur wenigen Minuten eine interaktive Schnitzeljagd durch die Weinberge zur Burg Gutenfels. ‘Auf der Mauer’ begann die Schnitzeljagd, und was ist naheliegender, als das Kinderlied “Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze” zu singen. Und so sangen 12 Teilnehmer dieses Lied in voller Länge, denn nur nach erbrachtem Videobeweis bekamen wir unsere nächsten Hinweise. Neben all den Spielen und dem Spaß den unsere Gruppe von 12 Teilnehmern, zwei Organisatoren und unserem Referenten hatte, wurden auch sehr ernste Themen behandelt und besprochen. In Rollenspielen wurden wir auch an unsere Grenzen gebracht, indem die ein oder andere herausfordernde Situation nachgespielt, aber auch Ängste thematisiert wurden. Das Thema Mobbing und Ausgrenzung in Gruppen besprachen wir ausführlich und tauschten uns dazu aus.

Wir lernten, wie man seinem Gegenüber klare Grenzen setzen kann, autoritäres Auftreten und wie man Konfliktsituationen durch gewaltfreie Kommunikation löst oder sogar vermeidet. Trotz langer Schulungstage, oder wie Barbara Gängler treffend sagte unserem “Juleica-Thon”, führten wir zu zweit sehr intensive Gespräche und saßen abends zusammen bei einem Glas Wein oder Bier und jeder menge Spaß. Als am letzten gemeinsamen Abend die Idee aufkam Weihnachtslieder zu singen, waren alle mit dabei und wie selbstverständlich begleitete uns Andreas Beier auf der Gitarre dazu -> Taub und trotzdem singen. Mit vielen Emotionen und einem großen Paket an neuen Projekten mit hörgeschädigten Kindern ging unsere Juleica und damit die Blogwerkstatt 9 zu Ende. Vielen Dank an die Organisatoren Barbara Gängler, Geschäftsführerin der DCIG und Oliver Hupka, Vizepräsident der DCIG, so wie ein großes Lob an unseren Referenten Andreas Beier. In diesem Sinne -> KAA TSCHIN!

Stefanie Ziegler, Oliver Faulstich, Annika Rauscher, Laura Härtel, Jan Röhrig

Ciao aus Bella Italia!

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Okt
7
CI-Scouts

Tag 1

Während Kilian und Emir Portugal unsicher machen, sind wir auf unserer Mission im Land von Pizza, Pasta und Gelato unterwegs. Nach unserer Ankunft am Flughafen Bergamo holten wir erst einmal unseren Mietwagen ab (klassischer Fiat 500 – was sonst?!) und wagten uns in den italienischen Verkehr mit engen Kurven und noch schmaleren Gassen. In Merate angekommen trafen wir Beatrice, unsere Ansprechpartnerin der AGUAV – einer italienischen Interessenvertretung für Hörgeschädigte. Sie und ihre Familie haben uns sehr herzlich aufgenommen! Gemeinsam sind wir zu einem Aussichtspunkt in der benachbarten Gemeinde Montevecchia gefahren und haben eine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung genossen. Dabei und beim anschließenden Abendessen (typisch italienisch mit Vorspeise, erstem und zweitem Hauptgang) haben wir bereits erste persönliche Erfahrungen ausgetauscht. Während wir bilateral mit CI (Norma) bzw. Kombination CI/Hörgerät (Annalea) versorgt sind, tragen Beatrices Töchter beidseitig Hörgeräte.

 

Tag 2

Buongiorno! Nach dem ereignisreichen ersten Tag haben wir uns am Sonntag über eine Einladung zu einem üppigen Brunch bei Beatrice und ihrer Familie gefreut. Die Kommunikation auf Englisch mit Beatrice und ihrem Mann funktioniert wunderbar. Auch die elfjährigen Töchter haben ihr neues Schulenglisch direkt an uns ausgetestet: „Do you like horror movies/motorbikes/Wurstel [Wir vermuten: Wiener Würstchen]?“. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Bellagio, einem malerischen, italienischen Ort am Comer See. Bei der Besichtigung kamen wir auf die Versorgung von Hörgeschädigten in Italien zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass es den Betroffenen häufig an Informationen mangelt und unter anderem das Cochlea Implantat noch nicht sehr bekannt ist. Auch das Neugeborenen-Hörscreening wird trotz Vorschrift nicht flächendeckend angewandt. Mehr dazu werden wir morgen in Erfahrung bringen, wenn wir uns mit weiteren Vertretern der AGUAV in der Klinik in Varese treffen. Seid ihr auch so gespannt wie wir?

 

 

Die CI-Scouts-Karawane zieht weiter, jetzt geht es nach Tschechien!

0
Sep
16
CI-Scouts

In den letzten vier Wochen verbrachte ich in der hlavní město, der Hauptstadt Prag auf der Letní škola slovanských studií – eine Sommerschule an der Philosohpischen Fakultät der Karls-Universität. Dort lernte ich Tschechisch – dank CI kein Hindernis für mich! Inklusion klappt übrigens auch an der Univerzita Karlova ziemlich gut: selbstverständlich wurde meine FM-Anlage eingesetzt und ich bekam sogar Einzelunterricht in Phonetik!

Nun geht es weiter nach Brno in Mähren, dort werde ich Katka treffen die zwei CI trägt. Katka ist von Spolek uživatelů kochleárního implantátu SUKI, dem tschechischen CI-Verband.

Wir haben eine tolle Zeit zusammen und tauschen uns eifrig zu Inklusion, CI- und Hörgeräte-Versorgung sowie Schule, Studium und Arbeit in Tschechien und Deutschland aus! Wusstet ihr z.B., dass es im tschechischen TV mehr Sendungen mit Untertitel gibt als in Deutschland?

Nachdem ich viele spannende Stunden und Tage mit Katka gequatscht, diskutiert und gelacht habe, habe ich mit ihr zusammen den Verein Tichý svět, “stille Welt”, besucht. Dort trafen wir Ilona, die in Brno die zentrale Anlaufstelle für dem gesamten

Jihomoravský kraj (Südmähren) ist. Ilona hilft gehörlosen und schwerhörigen Menschen bei der Jobsuche und begleitet ihre Integration im Berufsleben. Das ist leider in Tschechien etwas schwieriger als in Deutschland, denn bspw. ein Eingliederungszuschuss, wie es ihn in Deutschland gibt, existiert nicht in Tschechien. Umso wichtiger ist der unermüdliche Einsatz von Ilona und Tichý svět – Jihomoravský kraj!

Nach dem ersten Teil des Gesprächs fuhren wir zusammen mit dem Zug nach Břeclav an der Grenze zu Österreich, wo wir nicht nur weiter diskutieren konnten, sondern auch zusammen mit ihrem Hund spazieren und natürlich noch ein Bierchen trinken waren. Danke für die Einladung, Ilona! Děkuju moc za pozvání, Ilono!

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0
Aug
30
CI-Scouts

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Welcome to Sweden – English version

0
Aug
30
CI-Scouts
Welcome to sweden

Day 1

After arriving in Stockholm last night, we spent the day exploring the city to get an overview of Stockholm and did some sightseeing. In doing so, we were already able to collect many impressions for you. Of course, we did not forget about our project and have our first appointment at the Karolinska Institute (University Hospital of Stockholm) scheduled for tomorrow. We will keep you updated on how the appointment went!

Day 2

Today we visited the Karolinska Institute and met Elisbet and her team. Elisbet is a speech and language therapist and has been working with CI kids, who come to the university hospital for adjustments and rehab, for many years.

Our first findings: the differences differences between Germany and Sweden are not that big. In the medical and educational sector, the development ran widely parallel since the 1980s/90s. It is now a standard that the Swedish health insurance covers all the cost for bilateral cochlear implants for children. Adults usually only get one CI.

Whilst being in Elisabet’s office, we also met Tove. Tove is 17 years old, visits a regular school, currently plans a year abroad in Paris and has got two cochlear implants since she was a baby. It was still unusual to have two cochlear implants as a baby in Tove’s age, because the health insurance covered one cochlear implant in Sweden back then. Tove’s parents had to pay for the second cochlear implant by themselves. Later Elisabet asked Tove, where she sees the biggest room for improvements regarding cochlear implants and the self-confident young woman replied, “Waterproof CIs are needed to make it easier for me to go swimming with my hearing friends.” If that’s all… 😉

Elisabet also gave us the directions to the best view over the city (honestly, we start assuming that there are more than one best views…) and to the bakery with the best Kanelbulle (=cinnamon rolls/ “slugs”” in German – HELLO? They are eating our mascot here! (Indeed, they are so delicious that we hardly could withstand them.)

Day 3

On today’s agenda was a visit to the office of the HRF (Hörselskadades Riksförbund) – Sweden’s organisation for hard of hearing people. Here we encountered Stefan, the editor of the “auris” magazine, which is literally the Swedish sister of our “slug” (Die Schnecke) magazine.

After lunch, we had a very exciting meeting with some employees of the Swedish organisation for hard of hearing people. Elida, Frida and Hanna, all of them were either CI or hearing aid users themselves, told us a lot of about their lives and their experiences in Sweden’s society and educational system. We discovered that many of our experiences, developments and also possibilities are very similar. Differences we could rather find in the details. It was super nice meeting with them. We also experienced two sign language interpreters and watched in awe how they were able to translate between spoken English and Swedish sign language. Which leads us to our next discovery: the German and Swedish sign language seems to have many similarities, too – including the spike-helmet-sign for “German”. A coffee with milk could also be ordered in sign language without any problems.

Did we already mention “Fika”? We could really get used to the Swedish coffee ritual. The motto: “One Kanelbulle a day keeps the doctor away.” (If you don’t stay physically healthy with it, you will stay socially and mentally healthy at least.)

Tomorrow we will return to the HFR and have the opportunity to speak to one of the board members of the HFR.

Day 4

Today started early – right after breakfast we went to Stockholm’s borough Kista where the office of the HFR is. Agneta, a member of the HFR board and CI user herself, already awaited us and fed us with further information about the national organization HFR. From a German point of view, the big, well-equipped office with its many full-time employees, who support the elected board at its political and educational work, caught our attention. This is possible because of the funds from the government and the support of approx. 25,000(!) HFR members.

Agneta was also able to give us an accurate number about CI users in Sweden. Compared to a total population of 10 million people in Sweden, there are about 3,600 CI users. Some political issues preyed on her mind too: the complicated health insurance system in order to get the cost of the cochlear implants covered which differs from state to state and the difficulty to get the cost covered for second cochlear implant during adulthood.

After being busy in the wee hours of the morning, we did an expedition through the Swedish history in the afternoon. The Skansen open-air museum offers Sweden like we know it from the Astrid Lindgren books. Then we relaxed in the royal gardens and sauntered back to the city through Strandvägen, passing marina and luxury hotels.

Day 5

Uppsala (oops!) – no, we didn’t fall over one of the e-scooters lying all around, there really is a town named like this in Sweden. That’s where Nadine lives. She’s originally from Germany but has been working as a doctor at the local university hospital  where she leads the CI team for many years. When we heard that there is a German CI doctor in Sweden, it was clear: we want to meet her! Luckily, Nadine actually had time for us and gave us a tour through the clinic. Nadine happily shared more details about CI or hearing aid care in Sweden. With the help from her colleague Karin, who works a social worker at the clinic and has a cochlear implant herself, she was able to fill last knowledge gaps in our questionnaire. It is completed now!

The meeting with Nadine and Karin was the last one with our Swedish “experts”. Now that we have all the needed information gathered, we have the pleasure of writing them down and keeping them in mind until the final CI scouts meeting in December. Before we leave Sweden the day after tomorrow, we want to enjoy as much of the Swedish lifestyle as possible and explore the Stockholm archipelago.

Day 6

Finally, weekend! For the people in Stockholm it means get on a boat and cruise to the Swedish archipelago. And we’ve been there! As announced, we had a free Saturday today and wanted to enjoy a special Swedish experience. That’s why there is no long report for today, but instead, we have lots of pictures in store for you to get an overview of the Swedish weekend lifestyle. Have fun whilst enjoying our pictures!

What you can see in the pictures: the island of Vaxholm and impressions from the ferry route Stockholm – Vaxholm.

What you can’t see in the pictures: summerly 25 degrees, the splashing of the waves, the air-filling smell of ripe apples and the ultimate holiday feeling.

Day 7

Adjö Stockholm! After a last stroll through the old town (Gamla stan) we are flying home today. We’re leaving Stockholm with a lot of new knowledge and information for our CI scout project as well as many unforgettable experiences and memories.

We thank everybody who supported us in Sweden and in Germany and we are curious to find out what the following CI scouts will learn about their assigned countries!

Ahoj, es geht los!

0
Aug
26
CI-Scouts

Nach 4 Wochen Tschechisch-Sommerschule an der Karls-Universität bin ich nun auf dem Weg von Prag nach Brno in Mähren, wo ich Katka vom tschechischen CI-Verband SUKI treffen werde! Zdravím, Carsten

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Here we go – Willkommen in Schweden

0
Aug
23
CI-Scouts

Laura und Josy haben sich in offizieller DCIG CI-Scout Mission nach Schweden aufgemacht. Mit einem nordischen „Hej“ meldeten sie sich auf Facebook direkt aus der Hauptstadt Stockholm.

Bereits am zweiten Tag ihrer Reise stand das erste große Ereignis an: Ein Besuch in der Stockholmer Uniklinik bei der Sprachtherapeutin Elisabet und ihrem Team, die seit vielen Jahren mit CI-Kindern arbeiten, die zur Anpassung und zur Reha in die Uniklinik kommen. Die ersten wichtigen Erkenntnisse: So groß sind die Unterschiede zwischen Schweden und Deutschland nicht. Medizinisch und schulisch liefen die Entwicklungen seit den 1980/90er Jahren weitestgehend parallel ab und heute ist eine beidseitige CI-Versorgung bei voller staatlicher Kostenübernahme der Standard.

Die Reise geht turbulent weiter zur HRF, einer schwedischen Organisation für Hörgeschädigte, bei der Laura und Josy den Editor des Magazins „Auris“ – der schwedischen Schwester unserer „Schnecke“ – Stefan treffen konnten.

Darauf folgte ein reger Austausch mit einigen Mitgliedern der „Unga Hörselskadade“, einer Organisation für junge Menschen mit Hörschädigung. Elida, Frida und Hanna, allesamt selber CI- bzw. Hörgeräteträgerinnen, berichteten uns aus ihrem Alltag und von ihren Erfahrungen in der schwedischen Gesellschaft und Bildungslandschaft. Wieder zeigen sich deutliche Parallelen, denn viele von den eigenen Erfahrungen, Entwicklungen und den Möglichkeiten decken sich mit unseren. Unterschiede zeigten sich hier eher im Detail. Während des Treffens wurde eines klar: Selbst die schwedische Gebärdensprache ähnelt der deutschen. So konnte problemlos ein Kaffee mit Milch in Gebärdensprache bestellt werden.

Ein Besuch im Stockholmer Vorort Kista ermöglichte Laura und Josy ein Treffen mit Agneta, Vorstandsmitglied des HRF und selbst CI-Trägerin. Was Laura und Josy sofort auffiel, war das gut ausgestattete Büro und die vielen hauptamtlichen Mitarbeiter der HRF, die den neunköpfigen, gewählten Vorstand bei seiner politischen und aufklärenden Arbeit unterstützten. Möglich wird das neben den staatlichen Mitteln durch die 25.000 (!) Mitglieder.

Agneta wartete mit tiefergehenden Informationen zur national agierenden HRF und mit konkreten Zahlen zur CI-Versorgung auf. So kommen auf 10 Millionen Einwohner ca. 3.600 CI-Träger. Auch ein paar politische Themen, wie z. B. das komplizierte System der Kostenübernahme, das große regionale Unterschiede aufweist, und die Schwierigkeit, im Erwachsenenalter ein zweites CI genehmigt zu bekommen, brennen ihr besonders unter den Nägeln.

Vielen Dank für die ersten aufschlussreichen Einblicke in das CI-Herz Schwedens.

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Deaf Youngsters Go Europe

0
Aug
2
CI-Scouts
Deaf Youngsters Go Europe

Im Juni haben sich die CI-Scouts der Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e.V. getroffen, bevor es bald auf Reisen geht. Denn wir wollen wissen: Wie steht es um Versorgung, Barrierefreiheit und Bildungschancen für Hörgeschädigte in unseren Nachbarländern? Ab Sommer 2019 reisen junge CI- und Hörgeräte-Träger in ein Land ihrer Wahl und recherchieren vor Ort, was es bedeutet, mit Hörschädigung im jeweiligen Land zu leben.


Mit freundlicher Unterstützung von

   CI-Scouts mit freundlicher Unterstützung von MED EL

Das Ich im Wir…

2
Okt
9
rannika

Wenn man früh morgens aus dem Bett aufsteht und das Pegel der Vorfreude immer weiter nach oben steigt, sobald man im Zug oder Auto sitzt, dann ist wieder klar, dass eine neue Blogwerkstatt vor der Tür steht. Das Ziel dieses Mal: Berlin, unsere Bundeshauptstadt und ein ganz heißes Pflaster was die Sache mit der Schwerhörigkeit anbelangt. Es standen fünf Tage an. Fünf Tage mit Gleichgesinnten zusammen zu sein: Das heißt sich auszutauschen über seine Erlebnisse im Alltag, sich gegenseitig Tipps und Ratschläge zu geben oder auch voneinander zu profitieren und zu lernen. Kurz gesagt, gelebte Selbsthilfe eben. Dann natürlich alte Gesichter wiedersehen und neue Gesichter kennenlernen; Spaß haben und tanzen.

Das Motto dieses Mal lautete: Tanztheater Level 2 – Du gehörst zum Wir! Es sollte eine Fortsetzung zur Blogwerkstatt 5 sein, welche in Kassel stattfand und auch das Thema Tanztheater hatte. Dort stand das WIR im Fokus. Dieses Mal in Berlin ging es um das ICH. Roman Windisch gab uns hierzu am ersten Tag folgende Frage mit auf den Weg, mit der wir uns die Tage über beschäftigten: Wer bist DU im WIR? und auch das wir ihm und uns selbst vertrauen sollen. Wohin das alles hinführen wird, wussten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Es ging in den fünf Tagen darum, aus uns herauszukommen, neue Bewegungen auszuprobieren. Sich selber spüren oder auch zu spüren was sich noch alles so in einem selbst versteckt, was bis dahin noch unentdeckt blieb. Wir arbeiteten in Kleingruppen. Dabei ging es darum, sich selbst zu finden und sich gleichzeitig mit der Kleingruppe auseinanderzusetzen, auf der Suche nach dem eigenen ICH. Die meiste Zeit waren wir in den Räumen der Tanztangente.

Doch nein, wir versteckten uns nicht. So machten wir uns zwei Mal auf den Weg, den Botanischen Garten zu besuchen. Dort vertieften wir unsere Choreographien weiter. Es waren für alle total neue Erfahrungen. Denn wer fängt plötzlich in der Öffentlichkeit einfach so an zu tanzen? Blicke der anderen Besucher und Besucherinnen des Botanischen Gartens waren somit vorprogrammiert. Doch wer am Anfang noch Sorge hatte, dass wir dabei bei unseren Bewegungen beobachten werden und am liebsten im Boden versunken wäre, wurde eines Besseren belehrt. Zumindest mir ging es so. Man ist so fokussiert auf sich selbst, da ist es ganz egal wo man gerade ist und wie man sich bewegt. Die Eindrücke der Umwelt werden zwar wahr genommen, wie beispielsweise der Wind, die Menschen, das Gras, der Himmel und die Erde oder auch das Wetter (das erste Mal traumhaft sonnig, das zweite Mal nasskalt und regnerisch), aber man wird Eins mit sich selbst. Man vergisst alles um sich rum, bis der Tanz zu Ende ist. Ganz nach dem Motto von Fred Astaire: „Tanzen ist Träumen mit den Füßen“.

Damit das Tanzen nicht zu einseitig wird für uns, wurden wir an einem Nachmittag mit dem Auftrag überrascht in 70 Minuten ein Musikvideo zu drehen, zum Lied „Die Fantastischen Vier – Zusammen feat Clueso“, das nicht geschnitten wird. Das bedeutete für alle Beteiligten volle Konzentration von Anfang bis zum Ende. Wir haben uns alle so sehr in unseren Auftrag gestürzt. Das Ergebnis ist der Hammer! Es war für uns alle sehr positiv und überraschend anzusehen, wie wandelbar wir sind.

Doch auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. Das unbeschreibliche Gefühl der Gemeinschaft. Gruppenkuscheln. Wärme spüren. Berlin erleben. Die Zeit der Blogwerkstatt 7 fiel auf die Tage vor dem 3. Oktober. Der Feiertag für Deutschland und wir an dem Ort wo vor 28 Jahren Geschichte geschrieben wurde. Der Tag der deutschen Einheit und auch wir merkten, wir sind eine Einheit und trotzdem ICH. Eine Einheit deshalb, weil die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich anreisten. Die Tage vergingen wie im Flug und viel zu schnell mussten wir wieder voneinander Abschied nehmen. Aber das Gefühl und die Erlebnisse der letzten Tage lassen einen gestärkt in den Alltag zurückkehren.

 

 

Mein Leben und Ich

0
Mai
11
madeleine

Ich durfte bei einer Veranstaltung des CIV BaWü zum Thema Selbstbestimmt/Fremdbestimmt dabei sein und nahm dort an einem wundervollen Workshop teil. Wir sollten uns einen “unschlagbaren Vorteil”, den wir durch unsere Hörschädigung haben, aussuchen, oder uns ein “persönliches Ziel” setzen und dieses “künsterlerisch” festhalten… ich habe versucht ein kleines “Mut-mach-Gedicht” zu schreiben:

Poetry Slam

Mein Leben und Ich

Mein ganzes Leben lang, wurde mir gesagt was ich nicht kann.

Du reagierst nicht wenn man mit dir spricht! Dabei ist es deine Pflicht! Es ist unhöflich, gehört sich nicht.

Ich sehe sie an, sehe sie reden, wie sie Ihre Lippen bewegen, versuche mich zu konzentrieren, ihre Mimik zu studieren.

Kann alles sehen, doch nicht verstehen. Jetzt, jetzt fühl ich mich allein und klein, wünsche mir ein Teil der Kommunikation  zu sein.

Hab wieder einmal alles gegeben, doch gefühlt ging es daneben.

Dabei will ich doch hören, einfach nur dazu gehören.

Im Leben ist nicht immer alles Gold was glänzt, es ist wichtig dass du das erkennst.

Und so erinnere ich mich an meine Ziele, erreicht hab ich davon schon viele.

Kenne nicht nur die Fische im Wasser, nein, es geht sogar noch krasser.

Es kostete mich Kraft, doch ich habe es geschafft, ohne Sinn fürs Gleichgewicht, den Motorradführerschein gemacht.

Wenn auch nur für kurze Zeit, dafür gesorgt das vom Leben auch was bleibt.

Jetzt stehe ich hier, sehe mich um, eine wunderschöne Erinnerung.

Ich liebe nicht nur Goethe, Schiller, Shakespeare und das Dichten, sondern auch lebendige Geschichten.

Träume nicht dein Leben, nein lebe deinen Traum! Es gibt deinem Leben soviel mehr Raum.

Bin durch Höhen und Tiefen gegangen, fühlte mich oft in der Stille gefangen.

Doch heute weiß ich, auch das kann ein Vorteil sein, nicht immer in der hektisch-lauten Welt zu sein.

Nun fragt ihr euch zurecht, was will sie nur mit diesem Text?

Ich möchte euch an diesen schönen Tagen, eines gerne sagen:

“Lasst euch nichts einreden, lasst euch nicht klein reden, lebt euer Leben und sagt niemals nie.” Auch ich bin glücklich mit Hörgerät und CI.

Sehe froh und mit Zuversicht in die Welt hinein, bin froh und stolz ganz ich selbst zu sein…

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