Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Auf der Mauer, auf der Lauer…

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Freitag, 27.September, 18:00 Uhr; eine Jugendherberge in Kaub am Mittelrhein. Nach und nach füllte sich der Seminarraum “Stadt Kaub”. Grund für dieses Zusammentreffen ist die Blogwerkstatt der DCIG in ihrer 9. Auflage mit dem Thema >> Inklusive JULEICA <<. Innerhalb einer Woche wurden uns die Inhalte und rechtlichen Grundlagen im Bereich der Jugendarbeit vermittelt. Das Besondere daran war, dass unsere Ausbildung zum Jugendleiter speziell auf hörgeschädigte Kinder und Jugendliche bezogen war. Unser Referent Andreas Beier hat uns auf wunderbare Art durch die verschiedenenThemenbereiche geführt. Wir lernten beispielsweise an uns selbst die verschiedenen Gruppenphasen kennen, die es auch typischerweise in jeder Kinder- und Jugendgruppe gibt. Die Herausforderung des Gruppenleiters ist dabei die einzelnen Phasen (ein)zuleiten, wie z.B die Kennenlernphase, Phasen zu erkennen und, nur falls notwendig, darauf zu reagieren. Hier ist uns allen sehr bewusst geworden, dass es viele verschiedene Lösungen gibt und man unter Umständen blitzschnell eine Entscheidung treffen muss. Morgens zu Beginn, aber auch mittags und zwischendurch als Refresher, gab es Bewegungs- oder Konzentrationsspiele, die uns entweder von unserem Referenten oder einem der Teilnehmer vorgestellt wurden. Was im ersten Moment wie Lockerungsübungen wirkte, war in Wirklichkeit ein Teil des Seminars, denn als Jugendleiter muss man jederzeit ein passendes Spiel parat haben, das nicht nur Spaß macht und die Müdigkeit vertreibt, sondern auch einen tieferen, pädagogischen Zweck erfüllt. Andreas teilte daher seine Schier unerschöpfliche Schatzkiste an Gruppenspielen mit uns: Von “Esel-Palme-Elefant” aka “Kotzendes Känguru” über die Schnick-Schnack-Schnuck-Variante “Riese-Zauberer-Zwerg” oder “Jing-Jang-Wusch”. Und wenn dann bei “StillerPost” ausschließlich mit Lippenlesen aus >Sonnenschein -> Klo-Roulette< wird, lagen wir uns lachend in den Armen. Diese Spiele haben wir nicht nur ausgiebig am eigenen Leib getestet, sondern auch ausführlich über die Möglichkeiten und Einsatzgebiete diskutiert. Um unsere Spontanität gleich unter Beweis zu stellen organisierten 3 Teilnehmer für den Rest der Gruppe in nur wenigen Minuten eine interaktive Schnitzeljagd durch die Weinberge zur Burg Gutenfels. ‘Auf der Mauer’ begann die Schnitzeljagd, und was ist naheliegender, als das Kinderlied “Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze” zu singen. Und so sangen 12 Teilnehmer dieses Lied in voller Länge, denn nur nach erbrachtem Videobeweis bekamen wir unsere nächsten Hinweise. Neben all den Spielen und dem Spaß den unsere Gruppe von 12 Teilnehmern, zwei Organisatoren und unserem Referenten hatte, wurden auch sehr ernste Themen behandelt und besprochen. In Rollenspielen wurden wir auch an unsere Grenzen gebracht, indem die ein oder andere herausfordernde Situation nachgespielt, aber auch Ängste thematisiert wurden. Das Thema Mobbing und Ausgrenzung in Gruppen besprachen wir ausführlich und tauschten uns dazu aus.

Wir lernten, wie man seinem Gegenüber klare Grenzen setzen kann, autoritäres Auftreten und wie man Konfliktsituationen durch gewaltfreie Kommunikation löst oder sogar vermeidet. Trotz langer Schulungstage, oder wie Barbara Gängler treffend sagte unserem “Juleica-Thon”, führten wir zu zweit sehr intensive Gespräche und saßen abends zusammen bei einem Glas Wein oder Bier und jeder menge Spaß. Als am letzten gemeinsamen Abend die Idee aufkam Weihnachtslieder zu singen, waren alle mit dabei und wie selbstverständlich begleitete uns Andreas Beier auf der Gitarre dazu -> Taub und trotzdem singen. Mit vielen Emotionen und einem großen Paket an neuen Projekten mit hörgeschädigten Kindern ging unsere Juleica und damit die Blogwerkstatt 9 zu Ende. Vielen Dank an die Organisatoren Barbara Gängler, Geschäftsführerin der DCIG und Oliver Hupka, Vizepräsident der DCIG, so wie ein großes Lob an unseren Referenten Andreas Beier. In diesem Sinne -> KAA TSCHIN!

Stefanie Ziegler, Oliver Faulstich, Annika Rauscher, Laura Härtel, Jan Röhrig

Ciao aus Bella Italia!

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Okt
7
CI-Scouts

Tag 1

Während Kilian und Emir Portugal unsicher machen, sind wir auf unserer Mission im Land von Pizza, Pasta und Gelato unterwegs. Nach unserer Ankunft am Flughafen Bergamo holten wir erst einmal unseren Mietwagen ab (klassischer Fiat 500 – was sonst?!) und wagten uns in den italienischen Verkehr mit engen Kurven und noch schmaleren Gassen. In Merate angekommen trafen wir Beatrice, unsere Ansprechpartnerin der AGUAV – einer italienischen Interessenvertretung für Hörgeschädigte. Sie und ihre Familie haben uns sehr herzlich aufgenommen! Gemeinsam sind wir zu einem Aussichtspunkt in der benachbarten Gemeinde Montevecchia gefahren und haben eine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung genossen. Dabei und beim anschließenden Abendessen (typisch italienisch mit Vorspeise, erstem und zweitem Hauptgang) haben wir bereits erste persönliche Erfahrungen ausgetauscht. Während wir bilateral mit CI (Norma) bzw. Kombination CI/Hörgerät (Annalea) versorgt sind, tragen Beatrices Töchter beidseitig Hörgeräte.

 

Tag 2

Buongiorno! Nach dem ereignisreichen ersten Tag haben wir uns am Sonntag über eine Einladung zu einem üppigen Brunch bei Beatrice und ihrer Familie gefreut. Die Kommunikation auf Englisch mit Beatrice und ihrem Mann funktioniert wunderbar. Auch die elfjährigen Töchter haben ihr neues Schulenglisch direkt an uns ausgetestet: „Do you like horror movies/motorbikes/Wurstel [Wir vermuten: Wiener Würstchen]?“. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Bellagio, einem malerischen, italienischen Ort am Comer See. Bei der Besichtigung kamen wir auf die Versorgung von Hörgeschädigten in Italien zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass es den Betroffenen häufig an Informationen mangelt und unter anderem das Cochlea Implantat noch nicht sehr bekannt ist. Auch das Neugeborenen-Hörscreening wird trotz Vorschrift nicht flächendeckend angewandt. Mehr dazu werden wir morgen in Erfahrung bringen, wenn wir uns mit weiteren Vertretern der AGUAV in der Klinik in Varese treffen. Seid ihr auch so gespannt wie wir?

 

 

Ideen für ein Projekt? Aber noch unsicher?

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Hallo alle miteinander,

hier kommt was für alle, die eine Projektidee haben, aber noch nicht sicher sind, ob die Idee wirklich gut ist und für ein Projekt taugt. Oder die, die sicher sind, dass die Idee zu einem genialen Projekt werden kann – aber wie? Ein Stipendium kann Euch helfen, all diese Fragen und noch mehr zu beantworten. Nähere Infos gibt es bei https://www.civil-academy.de/ oder in der kopierten mail unten. Angeboten wird eine gratis-Fortbildung in Sachen Projektmanagement, Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Reisekosten werden erstattet!

Also bewerbt Euch! Wenn Ihr Hilfe braucht, wendet Euch an Eure RVs oder an uns in der Geschäftsstelle!

Viel Erfolg! – Barbara

Und hier kommt die mail mit den Details:

unser Auswahlgremium hat letzte Woche getagt und wieder tolle Projektideen für eine Förderung ausgewählt, aber nicht alle Plätze vergeben. Es gibt noch vier Stipendienplätze für junge Menschen zwischen 18 und 29, die eine Idee für ein gemeinnütziges Projekt ehrenamtlich umsetzen wollen. Die Idee kann auch noch ganz am Anfang stehen. Wir bieten an drei Wochenendseminaren professionelles Know-how, Inspiration und Austausch mit Gleichgesinnten, damit aus der Idee ein gutes Projekt wird.

Bewerben kann man sich noch bis zum 12. August! Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

Seit 2005 wurden durch die Civil Academy mehr als 600 junge Menschen dabei unterstützt, ihre Projekte im In- und Ausland erfolgreich umzusetzen.

 

Wir bitten Sie, die Information in Ihren Medien zu aktualisieren und/oder unseren Post auf Facebook zu teilen.

Ausführliche Informationen zum Programm, zu den Seminarterminen und zur Bewerbung finden Sie auf unserer Webseite www.civil-academy.de und im Bewerbungsleitfaden.

 

Herzlichen Dank!

https://www.civil-academy.de/mitmachen/bewerbungsformular/

 

Das Team der Civil Academy

 

Civil Academy

 

c/o Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
BBE Geschäftsstelle gemeinnützige GmbH

Michaelkirchstraße 17/18

10179 Berlin

 

Tel:  +49 30 62980 – 117

Fax: +49 30 62980 – 151

Mein Leben und Ich

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Mai
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madeleine

Ich durfte bei einer Veranstaltung des CIV BaWü zum Thema Selbstbestimmt/Fremdbestimmt dabei sein und nahm dort an einem wundervollen Workshop teil. Wir sollten uns einen “unschlagbaren Vorteil”, den wir durch unsere Hörschädigung haben, aussuchen, oder uns ein “persönliches Ziel” setzen und dieses “künsterlerisch” festhalten… ich habe versucht ein kleines “Mut-mach-Gedicht” zu schreiben:

Poetry Slam

Mein Leben und Ich

Mein ganzes Leben lang, wurde mir gesagt was ich nicht kann.

Du reagierst nicht wenn man mit dir spricht! Dabei ist es deine Pflicht! Es ist unhöflich, gehört sich nicht.

Ich sehe sie an, sehe sie reden, wie sie Ihre Lippen bewegen, versuche mich zu konzentrieren, ihre Mimik zu studieren.

Kann alles sehen, doch nicht verstehen. Jetzt, jetzt fühl ich mich allein und klein, wünsche mir ein Teil der Kommunikation  zu sein.

Hab wieder einmal alles gegeben, doch gefühlt ging es daneben.

Dabei will ich doch hören, einfach nur dazu gehören.

Im Leben ist nicht immer alles Gold was glänzt, es ist wichtig dass du das erkennst.

Und so erinnere ich mich an meine Ziele, erreicht hab ich davon schon viele.

Kenne nicht nur die Fische im Wasser, nein, es geht sogar noch krasser.

Es kostete mich Kraft, doch ich habe es geschafft, ohne Sinn fürs Gleichgewicht, den Motorradführerschein gemacht.

Wenn auch nur für kurze Zeit, dafür gesorgt das vom Leben auch was bleibt.

Jetzt stehe ich hier, sehe mich um, eine wunderschöne Erinnerung.

Ich liebe nicht nur Goethe, Schiller, Shakespeare und das Dichten, sondern auch lebendige Geschichten.

Träume nicht dein Leben, nein lebe deinen Traum! Es gibt deinem Leben soviel mehr Raum.

Bin durch Höhen und Tiefen gegangen, fühlte mich oft in der Stille gefangen.

Doch heute weiß ich, auch das kann ein Vorteil sein, nicht immer in der hektisch-lauten Welt zu sein.

Nun fragt ihr euch zurecht, was will sie nur mit diesem Text?

Ich möchte euch an diesen schönen Tagen, eines gerne sagen:

“Lasst euch nichts einreden, lasst euch nicht klein reden, lebt euer Leben und sagt niemals nie.” Auch ich bin glücklich mit Hörgerät und CI.

Sehe froh und mit Zuversicht in die Welt hinein, bin froh und stolz ganz ich selbst zu sein…

#deafohralive #dcig #freundschaftdieverbindet #nevergiveup #taubundtrotzdemhören #blog #cochleaimplantat #meinLebenundIch

“Versteckspiel”

1
Feb
7
madeleine

“Wir haben zwei Ohren und einen Mund damit wir mehr hören als reden”

Nicht gerade ein Spruch den ein 10 jähriges, einseitig ertaubtes Mädchen gerne in Ihrem Poesiealbum liest oder?

Gut, ich muss zugeben meine damalige Lehrerin der 3.Klasse wusste mit aller höchster Wahrscheinlichkeit nichts von meiner Hörschädigung, genauso wenig wie mein ganzes weiteres Umfeld zu diesem Zeitpunkt.

Außerdem war ich soweit ich mich erinnern kann und nach den Erzählungen meiner Eltern wohl ein sehr “geschwätziges Kind. 🙂

Dennoch hat mich dieser Spruch sehr geprägt. Ich wusste schon früh das ich “anders” war und konnte das auch gut verstecken, was mir auch noch viele weitere Jahre gelang. Schließlich hat man ja zwei Ohren zum Hören und nicht nur eines ??

Also schummelte ich mich in meinem Leben durch Kindergarten, Schule, Familie und Freundeskreis bis hin zur Ausbildung.

Dort fand mein jahrelanges Versteckspiel mit mir selbst nun endlich sein Ende, denn alle in meiner damaligen Ausbildungspraxis dachten ich sei desinteressiert oder gelangweilt, da ich oft einfach nicht reagierte. Meine Ausbildungsstelle stand auf dem Spiel, also suchte mein Chef das Gespräch mit mir, er hatte mich “entlarvt”.

Es war wie ein riesen Fels der herunter brach, als ich mich ihm öffnen konnte und natürlich flossen Tränen.

Auch danach dauerte es noch einige Jahre bis ich anfing (einigermaßen) offen mit meiner Situation um zu gehen, denn sein Verhalten ändert man ja nicht so einfach von heute auf morgen. Noch dazu war es bis dahin ein ziemlich ausgeklügeltes System in dem ich lebte. Mit der Zeit fiel es mir aber immer leichter mit mir und meiner Situation zurecht zu kommen.

Als dann irgendwann mein bis bis dahin gesundes rechtes Ohr anfing ebenfalls schlechter zu werden wusste ich dass es so nicht weitergehen konnte und ich musste handeln.

Heute bin ich seit mittlerweile fast 3 Jahren stolze Trägerin eines Cochlea Implantates und froh das ich so bin wie ich bin.

Der Weg ist zwar nach wie vor steinig, aber es lohnt sich ihn zu gehen.

Vor allem im letzten Jahr durfte ich wahnsinnig tolle Menschen kennen lernen und viele unvergessliche Momente mit Ihnen erleben.

Nun kann ich endlich lernen die Welt mit beiden Ohren zu entdecken und freue mich auf das was mich mit meinem CI noch alles erwartet…