Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Wie ich Vizepräsident der DCIG wurde

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Meine Kandidatur im April 2014

Auszug aus meiner Agenda:
„Mein Name ist Oliver Hupka und ich bin beidseitig ertaubt“
  – in den seltensten Fällen ist dies mein erster Satz, wenn ich mich vorstelle, und auch meinen Patienten rate ich immer wieder, sich nicht auf ihre Hörbehinderung zu reduzieren. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, nie unter meinem Hörverlust gelitten zu haben, und auch heute noch erlebe ich Situationen, die schmerzhaft sind. Aber sind es nicht unsere Erfahrungen, die uns zu den Menschen machen, die wir heute sind?

Ich erlebe Schwerhörige, Ertaubte und Gehörlose als sehr interessierte und empathische Menschen, die aufmerksam auf Gestik und Mimik ihrer Mitmenschen achten. Als starke Persönlichkeiten, die sich trotz Einschränkungen niemals aufhalten lassen und ihren Weg gehen. Als humorvolle Zeitgenossen, die auch über ein Missverständnis und sich selbst lachen können. Als Menschen, die interpretieren und kombinieren, manchmal falsch, aber oftmals  so nah, dass sie mehr verstehen, als Guthörende hören.
Ich bin froh, einer von UNS zu sein.

Was ich mir wünsche: Verständnis und Akzeptanz, und das geht meiner Meinung nach nur durch Aufklärung. Ich möchte die Öffentlichkeit zum Thema Hörbehinderung und CI informieren. Unsere Behinderung ist nahezu unsichtbar, und oftmals habe ich den Eindruck, dies ist uns gar nicht so unrecht. Dabei gibt es keinen Grund, sich zu verstecken – im Gegenteil. Daher kandidiere ich für das Amt des Vizepräsidenten. Ich möchte zuhören und die Bedürfnisse anderer CI Träger kennen lernen, um mich für sie und ihre Interessen einsetzen zu können. Ich möchte Brücken bauen zwischen Guthörenden, Schwerhörigen und Gehörlosen. Ärzten, Technikern und Kostenträgern. Ich möchte stellvertretend für eine neue Generation stehen und junge CI-Träger motivieren sich mit der DCIG zu identifizieren. Ich möchte ein Vorbild sein können und anderen Betroffenen zeigen:

Sie sind durch ihre Hörbehinderung vieles, nur eines nicht – alleine

 

"Ich interpretiere und kombiniere - manchmal auch falsch, aber auch oftmals so nah, dass ich mehr verstehe, als Guthörende hören"
2 Antworten
  1. Respekt Oliver, für deinen Einsatz.
    Weiter so!

  2. Helen | Redakteur sagte am 8. November 2015

    Klasse wie du dich dafür einsetzt Oliver!

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