Deaf Ohr Alive - Die Blog-Cummunity der DCIG

Werwolf spielen barrierefrei?

0
Sep
24
FrankHeinrich

 

Bei der Blogwerkstatt “Zwischen Deich und Strand” hatte ich, wie viele andere auch, jede Menge Spaß beim abendlichen Werwolfspiel. Wer es noch nicht kennt, hier ist eine Anleitung, die im wesentlichen mit unserer Spielart übereinstimmt und auch weitere Varianten enthält:

https://www.prometheusshop.de/media/pdf/d3/5d/36/werw-lfe-spielanleitung.pdf

Was ich schade fand, war, dass Werkstattteilnehmer, die auf das Mundbild weiterhin angewiesen sind, bisher nicht mitspielen konnten. Also auch die Induktionsschlinge, die von vielen genutzt wurde, half da nicht.

Was hier im Spiel nicht ging, sind die Runden im Spiel, bei denen Mitspieler mit einer bestimmten Rolle ‘aufwachen’, daher die auf Kommando des Spielleiters, die Augen öffnen dürfen und anschließend eine Aktion ausführen und danach die Augen wieder schließen(=Einschlafen).

In unserer Variante waren das konkret die Aktionen:

Erste Nacht

– Amor wacht auf, wählt Liebespaar und schläft wieder ein
– Liebespaar wacht auf, sie erkennen sich und schlafen wieder ein
– Werwölfe wachen auf, schauen sich an und schlafen wieder ein

Folgende Nächte

– Werwölfe wachen auf, wählen Opfer und schlafen wieder ein
– Hexe(r) wacht auf, kann das Opfer heilen oder/und jemanden töten, und schläft wieder ein
– Seher(in) wacht auf, kann sich zeigen lassen ob eine Person Werwolf ist oder nicht, und schläft wieder ein

Und natürlich das auch alle Dorfbewohner einschlafen und aufwachen.

Die Frage ist nun, wie kann man die Mitspieler, die auf Mundbild angewiesen sind, begreiflich machen wann sie aufwachen dürfen? (Einschlafen=Augen zu, sollte kein Problem sein).

Als einfachste Lösung scheint mir folgende, dass hier der Spielleiter, am besten mehrere Spielleiter, helfend zur Seite steht/stehen:

Zunächst melden sich die Spieler, die Hilfe benötigen, weil sie auf das Mundbild angewiesen sind.
Dann werden alle Spieler in der ersten Nacht aufgefordert mit geschlossenen Augen ihre Rollenkarte zu zeigen. Der Spielleiter kann sich nun die Rollen der Mitspieler notieren.
Auf Grund dieser Information kann er in den Runden den betreffenden Mitspielern z.B. durch Hand auf die Schulter legen, begreiflich machen, dass sie am Zug sind. Dies hat den Nachteil, dass der Spielleiter öfter bei jemandem stehen bleibt, was den guthörenden Spielern Aufschlüsse über die Rollenverteilung geben kann. Es hat sich bisher bewährt, dass solches Erfassen bei gutem Hörvermögen unterbunden werden kann, wenn es mehrere Spielleiter gibt, die gleichzeitig in Bewegung sind.
Für das allgemeine Aufwachen der Dorfbewohner findet man am besten ein Zeichen, dass auch jeder versteht, z.B. lautes Klatschen/auf dem Boden stampfen.

Damit wäre aus meiner Sicht eine Lösung gefunden, alle beim Werwolfspiel teilhaben zu lassen und die hoffentlich auch für weitere Varianten tauglich ist.

Was haltet Ihr davon? Habt Ihr vielleicht bessere Ideen? Ich freue mich auf rege Teilnahme an der Diskussion.

gerissener Werwolf... oder doch nur ein unschuldiger Dorfbewohner?

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